Alkohol du böser Geist!

Eingerollt lag das Mädchen auf ihrer Couch, das Buch hatte schon lange Bekanntschaft mit dem Boden gemacht. Lautes Klopfen an der Türe brachte sie dazu, dass sie langsam ihre Augen öffnete. Was war los? Brannte etwas, oder jemand? Warum konnte sie nicht einfach in Ruhe weiter schlafen? Schlecht gelaunt rappelte sie sich hoch und ging zur Türe, um diese zu öffnen.
Seit bestimmt 15 Minuten klopfte Sango mittlerweile an der Tür. Wobei... sie klopfte nicht... die Tür drohte eher schon aus den Angeln zu reißen. Sie musste mit Kagome reden.
Wenn Inu Yasha recht hatte mit dem was er sagte... Wieso erzählte sie eigentlich nichts?
Ayame stand etwas verunsichert hinter Sango, welche wie eine Bescheuerte auf die eindrosch. Vor knapp einer halben Stunde stand sie plötzlich vor ihrer Tür, sah nicht sehr gut gelaunt aus. Sie wurde dort kurzerhand geschnappt und ohne Kommentar zu Kagome geschlürft.
"Ist ja schon gut, Herr Gott nochmal! Ich komm ja schon!", knurrte Kagome und riss die Türe auf, nur um erschrocken zurück zu springen. was machten die Beiden denn hier? Warum? Hätten sie nicht warten können, bis sie im Flugzeug saßen? Das war nicht gut, gar nicht gut. Bestimmt würde das großen Ärger geben.
Verlegen kicherte sie. "Oh ... hallo ihr zwei! Mit euch habe ich aber nun nicht gerechnet. Wollt ihr einen Tee?", versuchte sie unauffällig zu wirken, aber sie bekam schon rote Flecken am Hals vor Nervosität.
"Du kannst dir deinen Tee gleich in den Ausschnitt schütten! Wir müssen mit dir reden!", knurrte Sango und drückte sich an der Schwarzhaarigen vorbei.
"Hi Kags!", murmelte Ayame, welche mittlerweile nur noch Bahnhof verstand.
Die Schwarzhaarige nickte der Letzteren lächelnd zu, ehe sie sich an Sango wandte. "Sag mal geht’s noch? Was ist denn mit dir los? Ich hab keinen Bock, um zu streiten!", fauchte die Jüngste die Braunhaarige an. Und ihr Gesichtsausdruck verriet, dass sie die Wahrheit gesagt hatte, wenn nun Streit ausbrach, dann könnten die Zwei sofort wieder verschwinden.
Die Braunhaarige drehte sich langsam, nun mit einem zuckersüßen Lächeln auf dem Gesicht zu Kagome um. "Ja es geht noch... und eigentlich müsstest du ja wissen, was mit mir los ist...", trällerte die Braunhaarige gefährlich fröhlich.
Langsam hob sich eine Augenbraue von Kagome. Wenn Sango so einen Ausdruck im Gesicht hatte, dann hieß das nichts Gutes. "Nein, ich habe keine Ahnung! Ich glaub ich will es auch gar nicht mehr wissen!" Auf die Idee, dass Sango Inu Yasha meinen könnte, kam sie nicht. Hilfe suchend sah sie zu Ayame.
Ayame zuckte selbst nur verwirrt mit den Schultern.
"Ich bin die Unschuld vom Lande...!"
Sango lächelte immer noch so zuckersüß. "Werde ich dann Patentante?!", brachte sie das Thema dann 'elegant' auf den Tisch. Ihre Augen wichen nicht von ihrer besten Freundin. Mal schauen wie sie reagierte.
Scharf zog die Schwarzhaarige die Luft ein. Damit hatte sie nicht gerechnet. Aber so einfach unterkriegen lassen wollte sie sich auch nicht. "Klar, darfst auch den Namen aussuchen!", kam bissig retour, ehe sie in der Küche verschwand, um Wasser aufzusetzen. Dieses Gespräch würde noch lange dauern und sie selbst brauchte nun einen Kaffee.
Ayame schaute immer verwirrter. Okay sie hatte was verpasst. Das hieße aufpassen.
"Das ist aber nett! Wie wäre es mit Yasha oder so?!", fauchte Sango die Schwarzhaarige an.
"Sag mal geht’s noch?! Ich glaub es hackt! Meine Güte Kagome! Was hast du dir dabei gedacht!"
"Warum regst du dich eigentlich so auf? Und Yasha ist grässlich! Damit du es gleich weißt!", kam gleich wütend zurück.
"Hörmal! Ich bin deine beste Freundin, ich hab gedacht du erzählst mir sowas! Und was ist? Ich erfahre es durch Inu Yasha, welcher total überrumpelt bei mir angerufen hat!", knurrte sie zurück.
"Inu Yasha redet viel, wenn der Tag lang ist! Er ist ein Idiot! Schön, dass du ihm mehr zu hörst, als mir und ihm auch noch glaubst! Außerdem, WIESO gibst du ihm meine Nummer?" Wütend leerte Kagome das heiße Wasser über ihren Instant-Kaffee und verbrannte sich prompt am Finger. Sie schrie auf und ließ die Wasserkanne fallen. "Scheiße verdammt!"
Sango überlegte kurz. Damit könnte sie recht haben. Aber Inu Yasha klang am Telefon nicht so, als würde es ihm gut gehen. Und etwas vorspielen würde er ihr nicht, dafür war er nicht der Typ.
"DU erzählst ja nichts, wies scheint! Und so wie er am Telefon geklungen hat, glaube ich ihm eher! Und deiner Reaktion nach zu urteilen hat er die Wahrheit erzählt!"
"Ich weiß ja, wieso ich nichts erzähle!" Kagome war mehr als nur aufgebracht. Ihr Finger schmerzte und sie hielt ihn unter das kalte Wasser. "Und nein ... Inu Yasha hat nicht die Wahrheit gesagt, auch wenn er das glaubt!", murmelte sie nun leiser. Die Reaktion würde sie jetzt lieber nicht miterleben, wenn Sango drauf kam, was sie meinte.
Sango seufzte leise. Das war so typisch ihre Freundin. Immer wenn sie aufgeregt war verletzte sie sich. Aber das tat jetzt nichts zur Sache.
"Wie meinen?!", fragte Sango nach. Sie wusste nicht, warum Inu Yasha nicht die Wahrheit sagen würde.
Langsam ging die Schwarzhaarige zu ihrem Esstisch und ließ sich auf einem Stuhl nieder. Sie bot ihren Freundinnen ebenfalls an, dass sie Platz nehmen sollten. Kaffee und heißes Wasser standen bereit, wenn sie wollten, konnten sie sich etwas machen, wie sie es sonst auch immer taten.
Tief atmete das Mädchen ein. "Also ... ich hab mir gedacht, da Inu Yasha ein ekelhafter Playboy ist .... dass ich ihn ein wenig ärgere. Wir haben halt im Kaufhaus .... in der Umkleide ... Sex gehabt und .... er ...." Sie unterbrach sich. Es war ihr unangenehm so zu reden, immerhin hatte sie es bis heute nicht müssen.
Die beiden Mädchen setzten sich ebenfalls an den Tisch.
Ayame wusste zwar immer noch nicht genau Bescheid. Aber die Sache das Kagome schwanger sein sollte, schockierte sie doch.
Sango musterte die Schwarzhaarige. "Er hat das Kondom vergessen, ja das hab ich mir gedacht, wenn er sagt du bist Schwanger!", Sango dachte etwas nach.
Halt Moment... hieße das... das Kagome ihn angelogen hatte. Seit wann tischte sie solche Lügen auf?!
"Kagome, wie kommst du bitte auf den Gedanken, ihm zu Sagen du wärst Schwanger verdammt?!", meinte sie nun ruhig, aber verwirrt.
Sie hatte es sofort erkannt. Sango war eben schon immer gut im logisch Denken gewesen. "Ich habe nie gesagt, dass ich schwanger bin. Das hat er sich ausgedacht. Ich hab höchstens gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch sein könnte. Den Rest hat er sich ausgedacht!", verteidigte sie sich. "Und warum? Weil ich mich nicht dermaßen ausnutzen lasse!"
Nun war die Braunhaarige doch etwas fassungslos. Sie hatte das Gemacht um ihn eins auszuwischen?! Nur weil er... nun ja... sie angestachelt hatte mit ihm zu Schlafen. Aber sie schien sich ja auch nicht zu wehren, wenn die beiden wirklich schon zwei mal miteinander Sex hatten.
"Kagome!", fassungslos schaute sie die Schwarzhaarige an. So wie sich Inu Yasha am Telefon angehört hatte, ging es ihm absolut nicht gut!
Nervös spielte die Angesprochene mit ihrer Tasse. "Das war aber noch nicht alles ...", flüsterte sie und blickte zu Ayame, die hoffentlich mehr Verständnis für sie aufbrachte.
Ayame blickte immer noch leicht verwirrt zwischen den Beiden hin und her. Schaute am Ende aber doch auf Kagome. Sie hätte so etwas ihrer besten Freundin auch nicht zugetraut! "Das wäre?", erhob diesmal sie die Stimme.
"Naja ...", fing Kagome an, "Irgendwie .... wir haben heute telefoniert und .... er wollte wissen, ob er auf das Kind und so einmal aufpassen sollte, oder ob er es besuchen dürfte ....." Sie wusste nicht recht, was sie genau sagen wollte, wie sie es ihnen am besten erklärte, damit die Zwei ihr nicht den Kopf abrissen.
Sango hatte bis jetzt die Tasse fixiert, welche sie vor ihrem Gesicht hielt. Sie brauchte einfach einen Kaffee. Nun schaute sie aber drohend, lauernd hinter dem schwarzen Gebräu hervor. "Sag jetzt bloß nichts Falsches, Kagome...", knurrte sie.
"He, du wolltest, dass ich die Wahrheit sage, also nimm es hin, wie es kommt!", fauchte die Dunkelhaarige und sah wieder zu ihrer anderen Freundin, die nicht so schlecht gelaunt war. "Ich hab es ihm sozusagen verboten. Aber ich hab ihm ein Foto zugesichert, wenn es so sein sollte!" Sie schloss die Augen und würde sich auch am liebsten gleich die Ohren zu halten. In diesem Moment war sie froh einfach nur ein Mensch zu sein.
Sango knallte die Tasse auf den Tisch, sodass diese fast schon zerbrach. Etwas Kaffee schwappte über und landete auf den Tisch. "SAG MAL HAST DU SIE NOCH ALLE?! Du konntest doch wohl hören, wie schlecht es ihm deswegen ging! Kein Wunder, dass er glaubt du bist wirklich schwanger, wenn du es ihm so vorspielst! Kagome! Das hätte ich nie von dir erwartet! Hast du ihm sonst noch irgendwas Dummes gesagt?!", fauchte Sango ihr Gegenüber lautstark an.
Ayame saß nun daneben und nickte zustimmend. "Wirklich Kagome! So etwas unfreundliches..."
Bedrückt saß Kagome da, blickte auf den Tisch und wagte fast gar nicht weiter zu reden. "Ich weiß selbst, dass das nicht meine klügste Idee war. Das ist alles anders gekommen, als ich wollte. Konnte ich wissen, dass er das direkt so auslegt alles? Und ... ich hatte angst, dass er mich .... mich umbringen wird, wenn ich es ihm sage. Und ja .... ich habe noch etwas zu ihm gesagt, aber das war nicht meine Absicht, das habe ich nicht gewollt!"
Sango seufzte. "Kagome! Er wäre wütend gewesen vielleicht. Ich denke eher er hätte sich gefreut, wenn du ihm gesagt hättest, das es ein kleine 'Spaß' war. Aber so...", sie seufzte.
UNd was hatte sie noch gemacht? "Was hast du denn unbeabsichtigt gemacht? Hoffentlich nichts schlimmes!"
"Nachdem ich ihm sagte, was ich für Unterhalt haben will, ist er mir fast aus den Latschen gekippt und fragte, wo er denn dann wohnen sollte und ich hab gemeint .... bei seinen Eltern. Dann hatte er geschwiegen eine Weile und dann ....", sie holte einmal tief Luft, "Dann hatte er gemeint, ob er sich auch eingraben lassen sollte und hat aufgelegt." Den letzten Teil hatte sie so schnell sie konnte ausgesprochen und duckte sich nun ein wenig, um dem eventuell folgenden Angriff von Sango zu entgehen.
Sango und Ayame schauten die Schwarzhaarige geschockt an. Er hatte was gesagt? "Autsch...", flüsterte Ayame nur leise. Sango dagegen hatte es vollends die Sprache verschlagen.
"Hast du ihn das Normal gesagt, oder hast du es irgendwie betont, mit dem, dass er bei seinen Eltern wohnen soll. Nenn mir mal den genauen Wortlaut!"
"Nun, wie gesagt hat er mich gefragt, wo er leben soll. und ich hab dann nur "Zieh zu deinen Eltern!", gesagt.", schuldbewusst sah Kagome zu ihren Freundinnen. Sie hatte das wirklich nicht gewollt, dafür könnte sie sich auch selbst schlagen, aber sie hatte das nun einmal gesagt und ändern konnte sie es nicht mehr.
Sango strich sich durch die Haare. Sie war nun doch wirklich sauer auf ihre Freundin. Natürlich konnte sie nichts dafür ihn so etwas gefragt zu haben. Aber das wäre nicht passiert, wenn sie nicht eine solch riesige Lüge in die Welt gesetzt hätte.
"Super gemacht Kagilein, sag ich da nur. Mal eben jemanden so richtig schön ins Herz bohren, weil er dich 'benutzt' hat. Ich hätte nicht gedacht, dass du so tief sinken kannst...", Sango seufzte und trank wieder einen Schluck Kaffee.
Ayame versuchte die Sache neutral zu sehen. Es gelang ihr auch, mehr, oder weniger.
"Kagome, mir ist klar, dass du das nicht wissen konntest, aber Sango hat recht. Dass du so etwas machst, nur weil er dich zwei mal verführt hat?!", hilflos schüttelte sie den Kopf.
Kagome biss an ihrer Unterlippe herum, ehe sie weiter sprach. "Aber ... er hat doch .... und ... er ist doch auch schuld ... aber ... es war doch mein erstes Mal!", nuschelte sie. Sie wusste doch selbst, dass das nicht die feine Art war, jemanden eins auszuwischen, aber sie hatte wirklich nie gesagt, dass sie schwanger sei und im Grunde nur davon gesprochen, wie es wäre, WENN es soweit kommen sollte. Natürlich wusste sie, dass es nicht so war.
Sango schüttelte nur den Kopf. "Er hat doch und ich weiß auch nicht bla bla bla! KAGOME!", sie donnerte mit der Faust auf den Tisch. "Du scheinst dich aber nicht sonderlich gewehrt zu haben, dass es so weit kommen konnte!", zischte sie über den Tisch. "Von wegen er ist Mitschuld, er hat lediglich, das gemacht wofür er... ähhhh gemacht? Ist...", sie fand nicht die Worte, um das auszudrücken, was sie sagen wollte. Er hatte sie wahrscheinlich ein wenig gereizt, woraufhin sie nicht sonderlich starke Anzeichen gegeben hatte, um ihn klar zu machen, dass er aufhören sollte.
"Wofür er bezahlt wird?", die Schwarzhaarige musste sich ein kurzes, gehässiges Auflachen verkneifen. "Das ging aufs Haus!", ahmte sie den Hanyou, inklusive tiefer Stimme, nach. "Es war einfach nur zu seinem Vergnügen! Er hat mit mir gespielt!", versuchte sie es erneut, auch wenn sie selbst schon wusste, worauf das Ganze hier hinaus lief. Sie würde sich mehr als nur entschuldigen müssen.
"Mag ja sein, dass es zu seinem Vergnügen war, aber das du einfach nur um ihn eins reinzuwürgen so etwas auftischst....", Sango seufzte und schüttelte nur den Kopf.
Sie drehte sich zu Ayame, welche auf den Tisch starrte.
"Komm wir gehen und lassen unsere Drama-Queen mal alleine...", für Sango wirkte es nicht so, als würde sie sich entschuldigen wollen. Okay sie zeigte Reue. Aber dennoch hackte sie immer wieder auf dem Hanyou herum, das er doch so ein Arsch sei.
Kagome wurde ein wenig sauer. "Toll, ich weiß auch, dass ich Scheiße gebaut habe, aber nett, dass ihr mich hier nun alleine sitzen lassen wollt! Ja gut! Verschwindet einfach! Wenn er mich nachher umbringt wäre es nett gewesen, wenn ihr mich in meinen letzten Stunden noch unterstützt hättet! Danke für eure Hilfe!", fauchte die Jüngste, stand schwungvoll auf, sodass ihr Stuhl umkippte und verschanzte sich in ihrem Schlafzimmer. Ihre Kopfpolster spendeten immer noch mehr Trost, als ihre besten Freundinnen.
Sango seufzte. Sie wusste, dass ihre beste Freundin immer sehr schnell über reagierte. Deswegen wohl auch war sie in diese Situation gekommen. Sie ging zu der Zimmertür und klopfte leise an.
"Kagome, ich weiß das du mir nun böse bist, aber was soll ich denn machen? Ich fand es nicht gut, dass du ihn so... belogen und betrogen hast. Denk mal an ihn. Mag sein, dass er deine 'Gefühle' verletzt hat. Aber denk mal an ihn. Ich weiß nicht wie er darauf reagiert, dafür kenne ich ihn zu wenig. Aber ich glaube nicht, dass er dich umbringen würde, wenn du es ihm sagst. Er wäre erleichtert und wütend, das schon! Und es ist verständlich. Aber ich denke nicht, dass er dir an den Hals springt und dir deine Kehle aufschlitzt."
Die Braunhaarige wandte sich zum gehen. Es war besser, wenn Die Jüngere nun etwas zur Ruhe kam und nachdachte.
Kagome sagte nichts. Spielte lieber mit dem Zipfel ihrer Bettdecke und wartete darauf das Schließen der Türe zu hören. Sie war sauer, nicht weil die Mädels ihr einen Vortrag gehalten hatten, sondern weil die Zwei auch noch recht hatten. Sie hasste so etwas. Aber es würde ihr nichts anderes über bleiben, als sich zu entschuldigen.
Sango und Ayame verschwanden durch die Tür, welche ins Schloss fiel. "Ich bin wirklich sauer auf Kagome. So etwas macht man nicht, egal wie sehr sie verletzt wurde. Jeder würde sich da so reinsteigern wie Inu Yasha, wenn man sagt, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist!"
Ayame nickte zustimmend. "Das war wirklich so eine typische Aktion von Kagome. Erst machen, dann nachdenken!"

Inu Yasha würde sich mit Miroku vor seiner Stammbar treffen, dem 'Soulkeeper', böser Name, allerdings versteckte ich dahinter nur eine kleine, recht gemütliche Bar, wo im Grunde recht wenige Besucher waren. Er schlurfte gemütlich vor sich hin, damit er nicht zu früh sein würde. Nun würde er Miroku von den letzten beiden Tagen erzählen.
Kurz vor der vereinbarten Zeit traf er vor dem kleinen Lokal ein, welches er direkt betrat. "Hey!", wurde er auch direkt von Miroku begrüßt. "Du, siehst nicht so begeistert aus, wenn ich das mal sagen darf? Was ist? Schlecht geschlafen?!", grinste er.
"Hey.", meinte Inu Yasha, etwas ruhiger, "Haha... sehr lustig, mir geht’s beschissen, wenn man es nett sagen will.", er hatte genau den Unterton des letzten Wortes vernommen, aber anders kannte er seinen Freund nicht.
"2 Bier!", ertönte abermals die Stimme seines Freundes, ehe er sich neben ihn auf einen Barhocker setzte. Er seufzte und schaute dann zu dem Schwarzhaarigen. "Wie war dein Tag?!", versuchte er abzulenken, er hatte nicht sonderlich Lust direkt von seinem Tag zu erzählen.
"Eigentlich ist nicht viel passiert. Ich hab mir einmal die Zeit genommen mein trautes Heim in Ordnung zu bringen. Hab ja meistens nur Überstunden gemacht. Und wie war deiner?"
"Wieso machst du denn auch so viele Überstunden?", lenkte er direkt wieder vom Thema ab.
Die 2 Bier wurden auf die Theke gestellt und ohne große Umschweife trank der Hanyou einen großen Schluck.
Miroku tat es ihm gleich und genoss das kühle Getränk. "Warum wohl? Ich bin jung und brauche das Geld! Und jetzt erzähl mal!", blieb der Dunkelhaarige hartnäckig. Er konnte schon auf zehn Kilometer Entfernung riechen, dass sein Kollege und Freund irgendetwas verbockt hatte.
Inu Yasha seufzte und blickte gebannt auf das Getränk in seiner Hand. "Naja, du kennst ja auch Kagome, die, die ich so gerne vernaschen wollte und ich es dann auch geschafft hab?" "Klar kenne ich die Kleine. Die hat ein echt sexy Stöhnen! Was ist mit ihr? Durftest du wieder ihre Saiten stimmen?", grinste er breit.
Kurz schlich sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen, ja er hatte es wieder hin bekommen.
Erneut trank er einen großen Schluck. "Jap... im Kaufhaus, vorher haben wir uns am Telefon gründlich gezofft, weil sie abgestritten hat mit mir geschlafen zu haben. Dann bin ich in die Stadt hab sie gerochen und war dann schneller, als ich denken konnte, bei ihr in der Kabine."
Ein Lachen konnte sich der andere Playboy nicht mehr verkneifen. "Und ich hab das verpasst! Jammerschade! War es gut? Hatten die anderen Kunden etwas zu gucken und hören? Haha!"
Der junge Hanyou schaute mit matten Augen auf das gelbliche Gebräu. "Nunja, sie war nicht leise, ich war nicht leise, und sie hat mich verwöhnt, ich sie, und et cetera. Naja ich kann es eigentlich in einem Satz zusammenfassen, warum ich so mies drauf bin..."
Jetzt wurde Miroku neugierig. Ein Satz? "Und der wäre?"
"Ich hab in meinem Rausch wohl das Kondom vergessen...", murmelte Inu Yasha.
Der Mund stand Miroku offen, das Glas fest in seiner Hand. "DU hast WAS?!" Schnell nahm er zwei große Schlucke des Biers, ehe er weiter reden konnte. "Wie konntest du nur? Das ist unser oberstes Gebot! Das ist beinahe schon das Heiligste an uns!"
"Ach was?!", zischte der Hanyou. "Tequila!", forderte er dann von dem Barkeeper.
"Ich weiß es doch auch nicht, sie hat mich ja auch nicht zu kurz kommen lassen und anscheinend war ich dann so spitz, dass ich das vergessen hab. Dementsprechend gab das ja eine Diskussion, welche heute stattgefunden hat...", er seufzte und nickte dem Kellner zu, welcher das kleine Trinkgefäß auf die Theke gestellt hatte.
Okay, er war Inu Yashas bester Freund, Vorhaltungen brachten auch nichts mehr, dazu war es schon lange zu spät. Vielleicht konnte er sachlich an die Sache ran gehen. "Welche Diskussion? Ist sie etwa..?" Er wagte es nicht den Satz zu Ende zu sprechen.
Das klare Getränk zwischen seinen Krallen betrachtend, setzte er das Glas an und schluckte den Inhalt mit einem Ruck hinunter, dann sah er wieder zu seinem Freund. "Sie sagte, es ist sehr, sehr wahrscheinlich. Naja und Diskussion dann im Sinne von, ich solle doch gefälligst für das Kind zahlen."
"Na das kann ja nicht gut gehen! Wie viel will sie?"
"700", war die nüchterne Antwort, bevor der Weißhaarige wieder hinter die Theke schielte. Es war genug da. "Weiter ging es mit den ganzen anderen Sachen. Ich soll das Kind nicht sehen, ich soll nicht auf es aufpassen, vielleicht bekomme ich Fotos.“ …. "Noch 2 Tequila!", machte er dem Keeper verständlich, bevor er zu seinem dunkelhaarigen Freund schielte. "Du auch?!"
"Ja gerne!", antwortete er zuerst auf die letzte Frage. Dann überlegte er kurz. "Das heißt also, du warst nur gut fürs Zeugen und danach nur noch zum Abkassieren? Aber gleich 700? Ist sie verrückt?"
"Noch einen!", brummte er dem Kellner zu, welcher jetzt schon so schaute, als würde er bei ihm einen riesen Gewinn machen. "Ungefähr so. Frag mich nicht, wie sie darauf kommt. Ich hab sie dann auch erstmal gefragt, wo ich denn dann bitte Miete von zahlen soll und insgesamt von Leben soll. Ein Fehler wie ich gemerkt habe und wie sie nett rüber gebracht hat.", murmelte er leise und sah wieder auf die 2 kleinen Getränke auf dem Tresen.
"Warum? Was hat sie dir denn gesagt?" Irgendwie konnte er schon ahnen, dass es nichts gutes war.
"Zieh zu deinen Eltern...", sagte er, bevor er beide Tequilas leerte.
Miroku folgte dem Beispiel seines Freundes und leerte auch sein Glas, um kurz darauf an seinem Bier weiter zu trinken. "Das ist hart.", nuschelte er durch seinen nicht vorhandenen Bart.
"Nachdem ich daraufhin eine Minute nichts gesagt habe, meinte ich nur, ob ich mich auch begraben lassen soll und habe aufgelegt. Ich war in dem Moment wirklich überfordert!"
"Kann ich gut nachvollziehen, aber sie weiß ja nichts davon, oder? Und ja, ich weiß, dass das dein wunder Punkt ist, aber einen Vorwurf kannst du ihr dennoch nicht machen, sondern nur wegen dem vielen Geld, was sie haben will!", versuchte der Schwarzhaarige neutral zu wirken, obwohl er mehr die Meinung seines Kumpels vertrat.
"Natürlich wusste sie nichts davon, du bist der Einzige dem ich das erzählt habe. Dennoch tut es weh. Gerade weil ich es endlich, nach so langer Zeit verdrängt hatte.", er war dem Mädchen auch nicht böse, oder so. Viel mehr war er wütend auf sich selbst und verzweifelt. Wieder leerte er die kleinen Gläser und nahm einen Schluck Bier zu sich.
"Ich bin der Meinung, du solltest weniger trinken. Und ja ... sicher tut es weh, das wird es wohl immer. Hm ... willst du sie trotzdem wieder sehen?"
"Ich trink so viel ich will, halt dich da raus!", zischte er leise, bevor er abermals 2 Tequila bestellte. "Irgendwie ja und irgendwie nein.", murmelte er. Eine Begründung hatte er komischerweise aber nicht. Kurz musste er an einen ihrer empörten Blicke denken und kicherte leise.
Miroku hob eine Augenbraue, wieso kicherte sein Kumpel wie ein kleines Schulmädchen? "Ja, oder nein? Was denn nun? Für eines musst du dich schon entscheiden!"
"Ich denke ja...", murmelte der Hanyou, nun wieder todernst.
Kaum waren die beiden Gläser auf dem Tresen abgestellt, schon waren sie wieder leer. Ihm wurde etwas wärmer, und das wollte schon was heißen, immerhin war er ja nicht gerade dick angezogen.
"Ich weiß, dass du es nicht magst, wenn ich mich in deine Angelegenheiten einmische, aber du solltest dennoch nicht mehr allzu viel trinken. Ich denke, dass endet nicht gut."
Trotzig schaute er Miroku in die Augen. Das war ja wohl seine Sache, ob er sich betrinken wollte, oder nicht! "KELLNER! Ich will die Flasche!", fauchte er dann, den Blick nicht von dem Schwarzhaarigen nehmend.
Der Ältere der Beiden kniff die Augen zusammen und starrte seinen Freund böse an. Das endete entweder in einem Streit, oder auf der Toilette. "Ich bin der Ältere von uns Beiden und habe eindeutig mehr zu sagen! Aber wenn du willst, dass sie dir den Magen auspumpen, dann bitte, mach! Besauf dich! Bis ins Koma! Davon werden deine Sorgen auch nicht besser!", knurrte er und trank sein Bier mit einem Zug aus.
"Na bitte, geht doch!", zischte er genauso böse zurück, und nahm direkt einen Schluck aus der Flasche.

~~2 Stunden später~~

"Weissu, ich war so WHOAAAAA und sie dann wieder so BOAAAAHHH und dann Links und Rechts und in der Mitte. Und hui guckma hier isn Kratzer!", lallte der Hanyou, ehe er sich so über die Theke beugte, dass man meinte er würde sie auffressen.
Auf dem Tresen standen die 6 Gläser Tequila und die eine Flasche. Eine Zweite hatte er im Moment in der Hand.
Angewidert besah sich Miroku seinen Freund. Das war wirklich schon unter allem Benehmen! Von was redete er eigentlich? Er hoffte doch wirklich, dass es nicht darum ging, wie er Kagome in der Kabine vernascht hatte. "Ja, war bestimmt .... ganz toll!", log er schnell. So nüchtern, wie er sich im Moment fühlte, war er in seinem Leben noch nie gewesen.
Der Hanyou kicherte, als wenn er verrückt wäre und nahm wieder einen Schluck des klaren Gebräus. "Samma...was hällsu davon... wenn ich...", er kicherte schon wieder, "... Kagi Hasi Bärchen mal eine MSM, nein falsch eine SMP, ne auch nich ähhh SMS! Dat isset!, schreibe?!", grinste der Hanyou. "Willsu auch was?!", lallte er und hielt seinem Gegenüber die Flasche hin. Er wollte sie so schnell wie möglich leer bekommen. Er hatte nämlich schon die Flasche Shōchū (42 %er Reisschnaps) im Visier.
"Danke nein und ich denke auch, dass es keine gute Idee ist, wenn du der Kleinen eine Nachricht schreibst." Er wusste, dass es so gut wie unmöglich war dem Hanyou Vorschriften zu machen, denn er machte von Grund auf genau das Gegenteil von dem, was man ihm sagte.
Der Hanyou grinste. "Ich wusste du hällst zu mir!", nuschelte er dann. Kurzerhand nahm er sein Handy, welches fast auf dem Boden landete, das mit einem einfachen "Hoppala", quittiert wurde, zur Hand und fing an zu tippen.
"Hisudi! Kagime! Ich sitz grad mit Mirooo im Soulkeeper. Weissu eig wie lecker Tequilla is?! Mussu probieren. Wie gehtsn dich?!", sprach er das mit, was er wohl auch wirklich so schrieb.
Etwas ungeschickt wurde dann auf dem Steuerkreuz herumgedrückt, bis der Sendeton zu hören war. "Fettich!", lachte der Halbdämon und nahm abermals einen Schluck Tequila.
Miroku konnte nicht anders und schlug sich eine Hand auf die Stirn. Wie dämlich musste man sein? Das konnte nicht gut gehen!

Kagome brummte als ihr Handy kurz laut aufläutete. Wer wollte etwas von ihr, wenn sie schlecht gelaunt war und nachdenken musste?

Der Hanyou wartete, extrem ungeduldig auf eine Antwort. Kurz fixierte er, zumindest versuchte er es, Miroku. "Kennsu das, wenn man ganz ungeduldig auf eine Antwort wartetet!", wurde dieser gefragt. Dann schwenkte er die Flasche Tequila vor sich hin und her und versuchte zu erkennen, wie viel noch darin war. "Is ja auch egal, kann ich mich gleich darin ertränken!", murmelte er, bevor er den Rest der Flasche leer trank.  "Bedienung! Ich will den Shōchū!", forderte er dann den Barkeeper auf.
"Denken Sie nicht, dass...", wollte dieser schon fragen, wurde aber von Inu Yasha unterbrochen. "Ich will nicht denken! Ich will trinken! HER DAMIT!", fauchte er lautstark.
Langsam wurde es dem älteren Playboy zu viel. "Kannst du dich nicht wenigstens ein bisschen benehmen? .... Und ja, ich kenne das, aber du hast die SMS eben erst abgeschickt. Sie hat bestimmt keine Raketen als Finger! Ein wenig Geduld musst du schon haben!"

Kagome blickte auf das Display ihres Handys. Eine Nachricht, von wem wohl? Hatte Sango endlich ein neues Telefon? Oder von Ayame? Schnell wurde die SMS geöffnet. "Hä? Was?!" Ein wenig verwirrt blickte sie auf das Gerät. Was in Gottes Namen war das für eine Mitteilung? Nur mit viel Anstrengung konnte sie diese so halbwegs entziffern. Und erst, als sie den Namen Miroku las, wusste sie, von wem es war. "Inu Yasha ...."

"Benehmen? Pfff ich bin betrunken! Da brauch ich das nich! Und ich finde, dass ich allen Grund hab zu trinken! Halt dich daraus!", knurrte der Hanyou leise. Das Klappern der Gläser ließ ihn zur Theke blicken. "Shōchū! Sie sind der Beste!", freute er sich wie ein kleines Kind, bevor auch diese Flasche geköpft wurde und er direkt einen Schluck nahm.
Er knallte dann mit der Flachen Hand auf die Theke. "Weissu Miro! So einen wie dich findste nur einmal! Bist der Beste! PROST!", wollte der Hanyou mit dem Älteren anstoßen.
Doch Miroku hatte nichts, womit er anstoßen konnte ... wollte er auch im Endeffekt nicht. Er konnte sich an seinen letzten Rausch erinnern, der so geendet hatte, wie der von dem Weißhaarigen enden würde. "Ich trinke heute nichts mehr, danke."

Kagome tippte eine Nachricht in ihr Handy: Was ist los? Wieso betrinkst du dich?

"Laaangweiler!", lachte der Hanyou, ehe er einen weiteren Schluck nahm. Das Vibrieren seines Handys ließ ihn kurz aufschrecken.
"Sie hat geantwortet!", freute er sich und holte sein Handy raus. Kurz herrschte Stille, bevor er wieder anfing zu sprechen und zu tippen. "Kick kuck... weiß nich... Frust oder so? Der Tequilla schmckt soooo supi dupi gut... Nu trink ich aber Shōchū, auch ganz feines Tröpfchen. Muss mich ja ablenken, war heute morgen nich so gut drauf...", brabbelte er vor sich hin. Dann war die SMS wieder abgeschickt.
Der Ältere verdrehte nur die Augen. Lange wollte er nicht mehr bleiben, aber konnte er seinen Freund hier, in diesem Zustand, einfach sitzen lassen?

Kagome las sich die neue Nachricht durch, schüttelte den Kopf und schrieb wieder retour: Das ist doch kein Grund, um sich zu betrinken. Achja ... meine letzte Bemerkung tut mir ehrlich leid. Bitte trink nicht mehr so viel!
Sie seufzte. Nun wurde ihr schlechtes Gewissen aufs Neue geweckt. Er trank nur wegen ihr, weil sie ihr dummes Spielchen spielen musste. Sie musste das beenden!

Er schaute wieder auf sein Handy. Nun wollte sie auch nicht mehr, dass er trank. Pfff, das war ihm egal! "Is nu sowieso zu spät! Ich hab schon genug für 4 Getrunken! Ich bin Strumpeldicke!", schickte er ihr retour.
Dann glitt sein Blick wieder zu Miroku, er musste ihm unbedingt etwas erzählen! "Weissu ich war letztens einkaufen! Da hab ich dann Tee gesehen! Der war voll günstig! Nur 1,49 für ein Paket! Ich hab gedacht ich fall um! Das is sooooo günstig! Weissu, wie ich mein?!"
"Ja, das war echt günstig! Willst du nicht wenigstens ein Glas Cola dazwischen trinken?", er hoffte immer noch, dass dem Hanyou die Erleuchtung kam und er endlich aufhörte.

Das durfte doch nicht wahr sein! Wie konnte er nur so viel trinken? "Wir müssen noch einmal miteinander reden!", schickte sie ihm zurück.

"Total ne?! Wenn da Whisky mit durch ist, gerne!", grinste er. Dann schaute er wieder auf sein Handy. "Oki.. wann denn?! Ich freu mich!", schickte er auf ihre SMS zurück.
"Nein, nur reines Cola, ohne Alkohol, danach darfst du noch etwas trinken ...", das war Mirokus letzter Versuch.

"Jetzt sofort!", tippte sie in ihr Telefon, legte es zur Seite und ging ins Bad, um sich ein wenig frisch zu machen. Schnell hatte sie eine Jeans und ein Top an, zog sich eine Weste über und band ihre Haare zusammen.

"Okay..." gab der Hanyou dann doch nach, wenn der Ältere dann Ruhe gab. "Kellner! Der da will das ich ne Cola trink, machen se ma!", lallte er. Er schaute auf sein Handy und dann wieder zur Miroku. "Kagome kommt!", freute er sich wie ein Kleinkind.
Ein Glück, somit konnte er verschwinden! Manchmal war ihm auch Gutes vergönnt. "Danke, dass du einmal auf meinen Ratschlag hörst. Sobald die Kleine da ist, werde ich gehen." *Dich hält ja keiner mehr aus in dem Zustand*, fügte er noch in seinen Gedanken hinzu.

Die Schwarzhaarige brauchte einige Zeit, bis sie sich orientiert hatte. Das Soulkeeper, sie kannte es. Sie ging jedes Mal an der Bar vorbei, wenn sie zur Arbeit ging, von daher war es auch kein Problem es zu finden. Nun stand sie davor, atmete noch einmal tief durch, ehe sie hinein ging.

"Immer wieder gerne!", kicherte der Hanyou. Bevor er sich das Glas Cola schnappte, es mit einem Zug leer trank und ohne zu zögern 2 große Schlucke aus der Alkoholflasche nahm.
"Fertich!", lachte der junge Halbdämon danach. "Du wills schon weg? Schadeee ich wollte dir Kagome vorstellen, die is echt bildhübidibüschi!", lallte er grinsend weiter.
Auf der Theke standen nun, leer wohlgemerkt, 1 Bierglas, 6 Gläser Tequila, 2 Flaschen vom Selbigen und seine, nun halb leere, Flasche Shochu.
„Ich kenne sie schon, hast du wohl vergessen!“, brummte der Dunkelhaarige und freute sich, wenn das Mädchen endlich auftauchte. Er sah sich um und ja, heute war ehrlich sein Glückstag. Er entdeckte sie. Somit schnappte er seine Sachen. „Gut, ich geh dann mal! Viel Glück und Vergnügen mit der Mutter deines Kindes!“ Und schon war er weg, ging direkt auf Kagome zu und blieb kurz vor ihr stehen. „Viel Spaß mit Inu Yasha. Den hast du ganz bestimmt, Kleine!“, grinste er breit und war dann auch schon aus dem Lokal draußen.

Verwundert sah Kagome Miroku nach, zuckte mit den Schultern und ging auf den Tresen zu, wo sich der Hanyou befand. Direkt neben ihm blieb sie stehen. „Hallo.“
Er drehte sich um, die Stimme kannte er. Es war Kagome!
"Kagi! Da bissu ja!", ohne, dass sie protestieren konnte, wurde sie erst einmal fest in den Arm genommen. "Wo warsn du so lange, ich hab mich Sorgen gemacht!", nuschelte er und setzte sich auf den Barhocker. "Gut schaussu aus!"
Das Mädchen bekam es mit der Angst zu tun. Zuerst umarmte er sie so stark, dass sie fast keine Luft bekam, dann 'Kagi' und zu guter Letzt, dass er sich Sorgen gemacht hatte, inklusive Kompliment. Das war eindeutig zu viel! "Du hast die Wahl, entweder, du hörst sofort auf zu trinken, oder ich gehe wieder, bevor ich irgendetwas mit dir berede!", forderte sie.
Er schaute sie geschockt an. Pfuh das war eine schwere Entscheidung... Aber irgendetwas in ihm, sagte ihm, dass er aufhören sollte. Er nickte. "Ich hör auffsu trinken! Aber nich gehen tun!", murmelte er, den letzten Teil sogar traurig. Er war eigentlich recht ungern alleine.
"Nein, ich werde nicht gehen." Ihr Blick huschte über den Tresen. Die ganzen leeren Gläser und Flaschen ... waren die alle von ihm? Unglaublich, dass er noch sitzen konnte. "Also ... ich bin hier, weil ich dir etwas sagen wollte ... das fällt mir gerade nicht unbedingt leicht, aber ich denke, dass es dich freuen wird."
"Dann is gut!", lächelte er und zeigte auf den Hocker, wo Miroku gesessen hatte. "Setz dich!", forderte er sie auf. Dann heftete sich sein Blick auf sie. "Was willsu mir denn sagen?!", wollte er wissen, er fing an sich zu bemühen zumindest halbwegs normal zu sprechen.
"Keeper! Räumse meine Flaschen und Gläser bitte weg! Ich hab genug!", meinte er zu dem Angestellten.
Erleichtert sah sie dabei zu, wie der Kellner den Anweisungen des Trunkenboldes folgte. "Naja ... weißt du, wegen dem, warum wir heute Morgen diskutiert haben ..." Sie wusste nicht, wie sie es am besten sagen sollte. Durch die Blume? Ganz langsam? Oder einfach Zack hinaus damit? Aber sie folgte seiner Aufforderung und setzte sich auf den Hocker.
Er musste, alleine nur wegen diesem Satz, wieder an die Worte denken, die sie ihm heute Morgen an den Kopf geworfen hatte. Direkt war ihm wieder unwohl, auch wenn er versuchte die Gedanken zu verdrängen. Das Gold seiner Augen erstarrte, bevor er einen Punkt auf dem Tresen fixierte. "Achso..."
"Es tut mir leid, was ich gesagt habe ... das war dumm und idiotisch und ich habe wirklich ein schlechtes Gewissen! Aber da ist noch mehr, was du wissen solltest." Sie spielte mit ihren Fingern, war nervös und fixierte ihre Schuhspitzen mit den Augen. Sie konnte ihn nicht ansehen.
"Is...Is nich schlimm...", er musste ja so, oder so damit klar kommen, dementsprechend war es egal.
"Mh? Was denn?", wollte er dann wissen. Hoffentlich war es nichts Ernstes, er hatte ja nun schon Probleme damit sich Sachen zu merken. Wie viel Tequila hatte er noch getrunken?
"Okay ... also ... du musst dir keine Sorgen machen. Ich nehme schon seit einiger Zeit die Pille!" Jetzt war es draußen und sie fühlte sich, als wäre ein tonnenschwerer Stein von ihr gefallen.
Ihm war als würde der Alkohol plötzlich einen kurzen Schub machen. Er fing an zu kichern. "Du hast Pille gesagt! Sags nochmal!", kicherte er weiter.
Kagome zog eine Augenbraue nach oben, stemmte ihre Hände in die Hüften und brummte. "Das ist nicht witzig! Hast du mir überhaupt zugehört? Weißt du, was ich damit meine?"
Er kicherte weiter. "Deine Stimme is lustig!", meinte er und schaute sie mit einem riesigen Hundeblick an. "Sag noch mehr Wörter!"
"Wenn du nicht sofort mit dem Unsinn aufhörst, werde ich gar nichts mehr sagen!" Sie winkte dem Kellner zu. "Ich glaub, ich brauch einen Schnaps!"
"Ich will auch!", meinte er nun mit todernster Miene! "Bitte Bitte Bitte Bitte Bitte Bitte!!!", nervte er sie die ganze Zeit, er wollte anstoßen!
Sie schüttelte aber nur den Kopf. "Ganz bestimmt nicht! Ich trinke den alleine! Ich brauche den, um meine Nerven und meinen Magen zu beruhigen!" Der Kerl war wie ein kleines Kind, wenn er betrunken war. Ein Glück, dass sie nicht wirklich schwanger war von ihm ... wer weiß, was das für ein Kind werden würde, wobei der Gedanke daran, Inu Yasha als Baby, war doch irgendwie süß.
"Ach menno! Du bist fies!", schmollte er und drehte sich zur Theke. Kurz stand er auf und torkelte Richtung WC. "Bin sofort wieder da!", meinte er winkend zu ihr. Wobei seine Ohren nach hinten gerichtet waren, er wollte hören wenn sie etwas sagte. Ihre Stimme war süß.
"Meinetwegen kannst du in der Kloschüssel ertrinken!", murmelte sie und nahm dankend den Schnaps entgegen. "Das geht auf seine Rechnung!", meinte sie zum Kellner und deutete in die Richtung, in der Inu Yasha verschwunden war.
Nach einigen Minuten kam er wieder zurück, hatte seine Ohren etwas nach unten gerichtet. Er hatte ihre Worte gehört, und irgendwie taten sie doch weh. Warum wusste er nicht. *Immer wieder schön zu hören wie, gern ein andere haben!*, meinte er sarkastisch in seinen Gedanken. Somit setzte er sich wieder neben Kagome und zündete sich eine Zigarette an.
Sie musterte ihn von der Seite, ihr volles Glas immer noch in der Hand. "Ich hab dir schon einmal gesagt, dass rauchen dich tötet! Außerdem stinkt es."
Kurz schaute er zu ihr und suchten ihren Augenkontakt. "Na und? Kann dir doch egal sein!", murmelte er, mit einer doch leicht bissigen Tonart im Hintergrund. Aus Protest zog er einmal tief daran. Aber das mit dem Geruch konnte er verstehen, es war ein beißender Duft, er hatte sich mit seiner feinen Nase lange genug daran gewöhnen müssen, somit atmete er den Rauch zur Seite aus, anstatt in ihr Gesicht.
"Ja, könnte es, da geb ich dir recht, aber in diesem Moment sitzt du neben mir und genau deshalb interessiert es mich!", knurrte sie zurück und setzte das Glas an, um einen Schluck zu nehmen. Der Kellner hatte ihr gleich einen Doppelten hingestellt. Er wusste anscheinend, was man brauchte, um den Hanyou auszuhalten. Zumindest, wenn er betrunken war.
"Gut dann geh ich halt!", bellte er. Mein Gott, warum konnte ihn nicht einmal jemand in seinen Taten in Ruhe lassen?
Kagome setzte das Glas wieder ab, ohne einen Schluck gemacht zu haben. "Warum zickst du eigentlich herum? Vor fünf Minuten warst du noch bestens gelaunt! Ist dir ein Geist auf der Toilette begegnet, oder was? Nur damit du es weißt, ich sitze hier, weil ich mich mit dir unterhalten wollte!"
"Ich zick rum, wann ich will!", grummelte er unzufrieden. Er hatte seine aggressive Art wohl definitiv noch nicht so abgelegt wie er es eigentlich machen wollte.
Er dämpfte seine Zigarette wieder aus und schaute sie dann eisig an. "So zufrieden?!"
Wieso wusste sie zwar nicht, aber sie lächelte ihn kurz an. "Ja." Das meinte sie ehrlich, ebenso das Lächeln, auch wenn er eben nicht der freundlichste Hanyou der Welt war.
Das verwirrte ihn, warum war sie nun wieder so freundlich? Dementsprechend schaute er sie auch an, den Kopf leicht schief gelegt und mit einem Ohr zuckend blickte er sie verwirrt an. "Okay...", murmelte er noch.
Das eine zuckende Ohr fand sie doch wirklich süß. "Du siehst aus, wie ein kleiner Welpe, wenn du das machst!", grinste sie und nahm sich vor endlich ihr Getränk zu sich zu nehmen. Sie machte einen Schluck, das Ganze auf einmal auszutrinken konnte sie noch nie. Doch genau, wie sie den Schluck machte, kam ihr beinahe alles wieder hoch. Das Zeug brannte ihr die Kehle hinunter und ein Husten konnte sie sich nicht verkneifen. Ihre Augen tränten und ihr Gesicht hatte eine seltsame Grimasse angenommen.
Er musste auch grinsen, er wusste, selbst in diesem Zustand, ganz genau wie das aussah, wenn er das machte. Und als sie dann anfing diese komische Grimasse zu ziehen konnte er nicht anders und fing laut an zu lachen. "Entschuldige, aber dein Gesichtsausdruck ist zu gut!"
Sie warf Inu Yasha böse Blicke zu, die töten hätten können. "Ich finde das absolut nicht lustig!" Aber kurz darauf kicherte sie auch leise, denn sein Lachen war eindeutig ansteckend. "Hier!", meinte sie schließlich und hielt ihm ihr halb geleertes Glas hin.
Nun schaute er wieder verwirrt. "Ich dachte ich soll nicht.", fragte er sie interessiert. Dennoch nahm er das Glas entgegen und schaute es ruhig an.
"Du bezahlst es, soll ich es so stehen lassen? Und nachdem du schon so viel getrunken hast und wie mir scheint auch schon ausnüchterst, kannst du das kleine Ding wohl noch vertragen, oder nicht? Aber du kannst es auch ruhig dem süßen Kerl da hinten geben!", grinste sie. Sie wollte ihn ein wenig ärgern, denn seine Reaktion am Telefon gestern, war bemerkenswert gewesen. Fast so, als wäre er eifersüchtig auf den angeblichen Kerl gewesen, der ihr helfen durfte.
Innerhalb von Sekunden ruckten seine Augen durch das Lokal und suchten den Kerl, den sie meinte. Leise knurrte er auf und seine Augen flackerten kurz rötlich. "Welchen?!" Warum war er plötzlich so aufgebracht?!
Ihr Grinsen wurde ein wenig breiter. "Der ist gerade auf die Toilette gegangen. Schade, aber ich denke, ich muss da auch mal hin!", ärgerte sie ihn weiter und hüpfte von dem Barhocker hinunter, damit sie gehen konnte.
Er wusste, dass er nun schlecht etwas sagen konnte. Dennoch knurrte er einmal tief, nickte dann etwas ruckig, um ihr zu zeigen, dass er verstanden hatte. "Geh..." Und direkt drehte er sich wieder zur Theke und leerte das Glas, um sich ja abzulenken.
Aber Kagome dachte gar nicht daran zur Toilette zu gehen, sondern stellte sich hinter ihn. So weit sie konnte, näherte sie sich mit ihrem Mund seinem Ohr. "Bist du etwa eifersüchtig?", flüsterte sie ihm zu.
Seine unzufriedene Stimmung wechselte innerhalb von Sekunden, warum war sie ihm so nah?
"Warum sollte ich?!", stellte er die Gegenfrage, er wusste doch selber nicht warum er so wütend geworden war.
"Keine Ahnung, aber deine Reaktionen lassen mich darauf schließen.", hauchte sie ihm ins Ohr und wich ein paar Zentimeter zurück, stellte sich neben ihn.
Ihm lief kurz ein Schauer über den Rücken, was ihm zufrieden knurren ließ. Langsam drehte er sich zu ihr. "Vielleicht...", grinste er und umfasste ihr Kinn mit seinen Krallen. Er konnte sie genauso ärgern, wenn er wollte, auch wenn er betrunken war.
Sie klimperte ein wenig mit ihren Wimpern, machte große Rehaugen. "Soll das etwa ein Ja sein?" Sie spürte ein Kribbeln an den Stellen ihres Kinns, wo seine Krallen sie berührten. Verdammt noch einmal! Wieso war das so?
Er grinste und sah ihr in die Augen. "Eventuell...", knurrte er leise, umfasste ihr Kinn noch ein wenig fester.  Er konnte komischerweise nicht anders, als ihr in die Augen zu schauen. Diese waren so schön lebendig braun, so wild und doch irgendwie zahm.
Ein wenig nervös war sie schon, als ein Griff stärker wurde und leckte sich mit der Zunge über ihre trockenen Lippen. "Was nun? Kannst du dich nicht entscheiden?" Seine goldenen Augen nahmen sie gefangen, sie konnte ihren Blick nicht abwenden.
In der Sekunde als sie ihre Lippen befeuchtete hingen seine goldenen Irden an diesen. Sie sollte ihn nicht immer reizen, sie wusste doch worin das endete. "Du weißt doch was passiert, wenn du mich reizt!", meinte er leise und versuchte krampfhaft seinen Blick abzuwenden. Sie durfte sein Tier nicht wecken, aber darin hatte sie irgendwie Talent.
"Ich habe gar nichts getan!", flüsterte sie unschuldig und setzte ein kleines, freches Lächeln auf. Ihre Finger schlossen sich um seine Hand, die sie festhielt, zog aber nicht daran.
Na super, sie legte es mal wieder darauf an. Sein Blick glitt kurz zu ihren Fingern, welche sich um seine Hand gewickelt hatten. Ungewollt war dort ein wärmendes Gefühl. "Soll ich dir zeigen, was du getan hast?!", musste er grinsen. Aber er wartete auf keine Antwort, sondern fuhr sich langsam mit seiner Zunge über die Lippen.
"Ach und das reizt dich? Wenn ich meine Lippen befeuchte?" Und, als ob sie es bestätigt haben wollte, leckte sie sich noch einmal über ihre Lippen, während sie jede Bewegung in seinem Gesicht studierte.
Er knurrte wieder leise. Die Frau mochte es wohl wirklich Grenzen zu testen, oder diese auch mal zu überschreiten. Er zog sie mit seiner Hand zu sich und bettete seine Lippen direkt neben ihrem Ohr. "Wenn du es genau wissen willst... Ja, es reizt mich unheimlich...", hauchte er dagegen. Er machte jedoch keine Anstalten sich von hier wegzubewegen. Ob es nun gut, oder schlecht war, was er, und sie auch, hier machten wusste er nicht. In seinem Kopf war Achterbahn.
Die Schwarzhaarige hielt den Atem an, als er ihr so nahe war. Sie spürte die Hitze, welche er ausstrahlte. Eigentlich hatte sie gedacht, dass er betrunken war, doch im Moment sah er ihr ziemlich nüchtern aus. "Sehr gut, dann weiß ich nun wenigstens, wie ich dich um den Finger wickeln kann!"
Er musste unwillkürlich noch breiter grinsen. "Das wusstest du schon vorher, oder?!", neckte er sie.
Sie gefiel ihm, wenn sie so unschuldig war.
Er entfernte sich wieder von ihrem Ohr und blickte ihr erneut direkt in die Augen. Dennoch war dieser matte Schimmer seiner Augen nicht gewichen.
Bei jedem Einatmen spannte sich das sowieso schon enge Oberteil noch mehr um seinen Oberkörper. Auch er wusste, wie er sie um den Finger wickeln konnte.
Warum hatte sie nur so einen Muskelfetisch? Mit fast schon leuchtenden Augen, so wie wenn ein kleines Kind einen Christbaum betrachtete, beobachtete sie die Bewegungen seiner Brust, das leichte Spiel seiner Muskeln. "Nein ... das wusste ich nicht ...", keuchte sie beinahe, hielt sich aber zurück.
Himmel noch einmal, sie musste zusehen, dass sie wieder zu Verstand kam. Warum war ihr Kopf immer so vernebelt, wenn der Weißhaarige ihr so nahe kam? Das wollte sie nicht. Er war doch nur ein Kerl, der Sex mit Frauen hatte die dafür bezahlten. Sie war einstweilen eine Ausnahme gewesen, hatte sozusagen gratis Vorstellungen gehabt. Zumindest beim ersten Mal. Beim zweiten Mal war es einfach die Situation gewesen, oder?
Er musste wieder grinsen. "Natürlich... genau so wenig weiß ich was dir an mir gefällt." Warum er sich plötzlich so nüchtern fühlte war ihm ein Rätsel, er neckte nun einmal gerne. Vielleicht konnte er sie zumindest zu einem Kuss bringen. Nur einen... Vielleicht. Warum er diesen wollte wusste er ebenfalls nicht. Unglaublich wie viel er im Moment wusste.
"Natürlich weißt du das nicht .... wieso denn auch?" Sie flüsterte nicht einmal mehr, sie selbst wusste keinen Ausdruck dafür. Selbst ein Hauchen wäre noch zu laut gewesen.
Ihre Augen wanderten von seinem Oberkörper wieder zu seinen Goldenen. "Ich mag deine Augen ...", gab sie zu und biss sich auf die Unterlippe.
Er kicherte leise. Und lächelte dann charmant. "Die haben eine besondere Farbe nicht?!" Wobei sein Blick nochmal zu ihrer Unterlippe wanderte, auf welche sie sich biss, er konnte das auch übernehmen! Dennoch riss er sich von dem Anblick wieder los und schaute in ihre Augen. "Ich mag deine Seelenspiegel aber auch..."
"Seelenspiegel?", fragte sie nach, war aber wohl auch nicht mehr aufnahmefähig für eine Erklärung auf ihre Frage. Sie war Wachs, Pudding und alles andere, was flüssig war, in seinen Händen. Er war einfach .... unglaublich anziehend? Konnte man das sagen? Ja .... sie glaubte schon, dass man das so sagen konnte.
"Ich habe selten eine Frau gesehen, mit so großen, braunen Augen... das gefällt mir...", flüsterte er. Und nahm sie dann mit einem Blick gefangen, welcher wärmer nicht sein konnte.
Das Licht des Lokals ließ seine Augen in einer tiefen Bernsteinfarbe schimmern und es waren einige schwarze Sprenkel zu sehen.
Aber auch ihre Augen waren so...anders? War es das? Ihre Augen hatten einen so tiefen Braunton, dass sie schon fast schwarz wirkten, so geheimnisvoll und sie wirkten anziehend auf ihn.
In ihrer Trance machte das Mädchen einen Schritt auf Inu Yasha zu, stand nun direkt zwischen seinen Beinen, welche er am Hocker abgewinkelt hatte, legte ihre Hände auf seine Oberschenkel und spielte nervös mit dem Stoff seiner Hose, während sie ihm immer noch in die Augen sah.
Ihre Wangen zierte ein leichtes Rot. Er machte nur wenige Komplimente, aber wenn er welche machte, dann immer so, dass sie wirklich rot anlief. So wie eben. "Danke ...", hauchte sie und schaffte es endlich ihren Blick abzuwenden und zur Seite zu sehen.
Er musste nun doch lächeln. "Gerne!" Als sie rot wurde, musste er noch ein wenig mehr lächeln, was ihm ebenfalls einen leichten Rotschimmer um die Nase einbrachte, verdammter Alkohol!
Sein Blick glitt nach unten zu ihren Händen, welche nervös an seiner Hose herum nestelten.
Irgendwie war diese Situation so fremd... Noch nie hatte er einen so... angenehmen?, Moment gehabt.
"I-ich kann nicht wirklich ... mit so etwas umgehen ..", murmelte sie verlegen und zupfte weiterhin an seiner Hose herum. Dann hob sie ihren Blick wieder, sah ihm noch einmal in die Augen und wusste, dass es eigentlich an der Zeit war zu gehen. Sie hatte ihm schon lange gesagt, was sie zu sagen hatte. Sie sollte nicht mehr länger hier bleiben. Dennoch blieb sie stehen, sagte nichts, sah ihn einfach nur an.
Er lächelte dennoch, auch merkte er, dass ihr das unangenehm war. "Dir ist das unangenehm oder?!", schlussfolgerte er dementsprechend auch. "Setz dich ruhig hin... Ich mache nichts...", meinte er noch und sah kurz in Richtung Kellner. "Ich bekomm noch 2 Mojitos!", meinte er etwas lauter. Vielleicht konnte er einmal normal mit ihr reden? Das tat er sowieso recht selten.
Vielleicht könnte es daran liegen, dass er sich immer verschloss, wenn jemand nach seinem Leben fragte? Aber er war neugierig was sie anging.
Sie nickte auf seine Frage und sah ihn selbst fragend an, als er zwei Getränke bestellte. Hatte er immer noch nicht genug? Es sollte ihr egal sein, er sollte sie gar nicht interessieren, aber sie konnte nicht anders. Er war interessant, egal was für einen Beruf er hatte, oder sein Mundwerk wieder verbroch.
Also folgte sie seinen Worten und setzte sich wieder auf ihren Hocker, den sie diesmal ein wenig näher heran geschoben hatte, aber immer noch weit genug weg war, um den Sicherheitsabstand einzuhalten.
Der Kellner stellte die beiden Cocktails nach einiger Zeit auf den Tresen. Direkt wurde einer zu Kagome rüber geschoben. "Hier bitte, geht auf mich, wie du dir denken kannst!", grinste er leicht.
Er nahm sein Glas in die Hand und trank direkt einen Schluck, ob das so die Idee war? Er hatte wohl genug Intus und nun so ein süßes Zeug? Naja... egal.
"Sag mal... Was machst du eigentlich?! Ich kenne nur deinen Namen und das wars...", warum er sich für sie interessierte wusste er nicht.
Kurz dachte sie nach, musterte ihn von oben bis unten. "Ich weiß immer noch nicht, was ich studieren soll. Ich denke mal, dass ich mir nächste Woche ein wenig Inspiration holen werde.", gab sie schließlich zur Antwort.
Er nickte, schaute dann wieder in eine andere Richtung. "Achso..." Warum musterte sie ihn denn? Das verwirrte ihn irgendwie.  Nach einigen Minuten blickte er sie dennoch wieder an. Er wusste nicht, was er fragen sollte, ohne direkt in ihre Privatsphäre einzudringen.
Dieses Schweigen war ihrer Ansicht nach sehr unangenehm, deswegen wollte sie es ein wenig brechen. "Du hast mir erzählt, dass du nach Amerika, oder Australien auswandern willst ... was willst du da machen?"
Er schaute sie ruhig an. Ob das die Idee war, dass er ihr was erzählte? Aber er wollte nicht unhöflich sein. "Ich wollte auch studieren, eventuell Marketing, oder etwas in der Richtung...", erzählte er und nahm wieder einen Schluck des kühlen Getränks.
Sie drehte das Glas in ihrer Hand, dachte nach. Marketing? „Das ist bestimmt nicht so einfach … oder willst du dein eigenes Bordell eröffnen?“, lächelte sie ihn frech an und hoffte, dass er verstand, dass es sich um einen Scherz handelte.
Er musste bei ihrer Antwort doch breit grinsen und leise lachen. "Wenn du mich besuchen kommst!", rutschte es ihm heraus und er musste dann doch etwas lauter lachen. "Ich habe auch nie gesagt, dass ich was einfaches will...", meinte er abschließend.
Sie gab ihm einen leichten Hieb mit der Faust auf den Oberarm. "Nicht frech werden!" Aber sie musste doch grinsen und nahm einen kleinen Schluck von ihrem Cocktail. "Du magst also Herausforderungen?"
"Ich? Frech? Niemals!", lächelte er unschuldig. Dann nickte er wieder. "Was habe ich davon, wenn ich mich nicht anstrenge?!", wollte er von ihr wissen. Lieber arbeitete er hart und sah dann was er geschafft hatte, als wenn er einfache Arbeit machte, die immer gleich war.
"Das ist eine gute Einstellung. Nur wirst du deine Triebe in Zaum halten müssen, wenn du dann mal fertig studiert hast." Und wieder musste sie grinsen. Es machte bislang wirklich Spaß sich mit ihm zu unterhalten, ganz normal. Langsam verstand sie Sango, warum sie mit Inu Yasha befreundet war. Aber ob es auch dabei blieb? Man sollte schließlich den Tag nicht vor dem Abend loben.
"Ach, wenn man mich nicht reizt, so wie du, krieg ich das schon auf die Reihe...", kicherte er.
Kurz kratzte er sich am Bauch, und lockerte seine Haare ein wenig, diese würde er sowieso bald zu einem Zopf binden.
Es war angenehm so mit ihr zu reden und nicht jedes zweite Wort eine Beleidigung war. "Sag mal, wohnst du eigentlich schon alleine, oder noch bei deinen Eltern?!", er wusste, dass es eigentlich unhöflich war sowas gerade heraus zu fragen. Nach einigen Sekunden fiel ihm dann auch wieder ein, was sie damit angestellt hatte bei ihm. Nicht dass sie... "Ähm, nichts vergiss es!", meinte er schnell und wandte den Blick ab.
"Nein, ich wohne alleine, weil das für mich so praktischer ist und ich mich auf meine Zukunft konzentrieren kann. Außerdem ist es nicht so weit zu meiner Arbeit. Meine Mutter hilft mir mit der Miete und so. Mein Opa bringt immer mal wieder etwas Essbares vorbei und mein kleiner Bruder ruft mich jeden dritten Tag einmal an.", erzählte sie bereitwillig. Sie hatte seine Reaktion gesehen.
Er musste leicht lächeln. Sie hatte es wirklich gut. Er schaute sie wieder an. "Deine Familie scheint dich wirklich zu lieben!", stellte er ehrlich lächelnd fest. Er fragte sich, wie es wohl war, wenn man eine Familie hatte. Er kannte das Gefühl nicht. Aber es war ja auch egal, er durfte nicht daran denken. "Wo arbeitest du denn...?", fragte er sie, versuchte damit seinen gedankenverlorenen Gesichtsausdruck zu überspielen.
"In einer Videothek. Da arbeite ich schon mal bis zwei, oder drei Uhr Morgens. Von daher ist es mir nur recht, dass ich nicht so weit weg wohne. Und ja, meine Familie liebt mich wirklich, manchmal zu viel, aber naja ... ich hab sie trotzdem lieb." Ein wenig unsicher sah sie ihn an. Er hatte zwar ehrlich gelächelt, aber sie wusste ja, wie es um seine Familie stand.
Er versank wieder leicht in Gedanken. "Wie es wohl ist Familie zu haben...", murmelte er zu sich selbst. Er wollte nicht darüber nachdenken, aber irgendwie... er konnte im Moment nicht anders. Er hätte gerne Familie, hätte gerne mal was mit seinem Vater oder seiner Mutter gemacht. Er hatte nie die Chance dazu. Und sein Halbbruder? Der war irgendwo in der Weltgeschichte und erzählte niemanden von ihm, er war ja nur ein Hanyou. Er seufzte, er versank viel zu sehr in seinen Erinnerungen und seiner Vergangenheit. Er lächelte sie emotionslos an. Seine Augen schimmerten aber matt.
Nun hatte sie mal wieder ein schlechtes Gewissen. "Tut mir leid ... ich ... ähm ..." Sie wusste nicht, was sie sagen sollte.
Er schaute sie an, warum entschuldigte sie sich? Nicht doch etwa, weil sie was von ihrer Familie erzählt hatte, oder? "Ist ja nicht schlimm, ich kenne das nicht anders!", meinte er, bevor er wieder einen Schluck des Cocktails nahm.
"Trotzdem ... irgendwie macht mich das traurig." Auch sie trank einen, diesmal großen, Schluck und wagte es nicht ihn anzusehen. Immerhin war er heute schon einmal schlecht drauf gewesen wegen ihr und seiner Familie.
Er lächelte unwillkürlich. Sie war süß in der Hinsicht. Aber es war auch für ihn ein angenehmes Gefühl, andere hatten das Thema mit 'Achso' beendet, das war auch nicht das Wahre. "Braucht es nicht! Ich komm damit klar, ehrlich!", versuchte er es erneut. Er wollte nicht, dass sie traurig war, und das nur wegen ihm.
"Tut es aber, auch wenn du damit klar kommst." Endlich sah sie ihn wieder an, dann blickte sie weiter zum Kellner und hob die Hand. "Zwei Tequila, bitte!", rief sie ihm zu und wandte sich wieder an ihre 'Begleitung' "Der geht auf mich diesmal.", lächelte sie ihn an.
"Danke!", lächelte er genauso zurück. "Weißt du... es ist angenehm mal mit jemanden darüber zu reden der nicht mit 'Achso' oder 'aha' ankommt.", warum erzählte er ihr das alles? Sein Kopf war wohl doch noch recht vernebelt. "Naja ich bin es gewohnt mich durchkämpfen zu müssen..."
Sie sah ihn ernst an. "Was bringen einem diese Antworten denn? Wenn ich solche Antworten hören will, dann kann ich mich gleich mitten in eine Fußgängerzone stellen und es allen erzählen." Das war ihre ehrliche Meinung dazu. "Und ich kann verstehen, dass es dich freut, wenn einmal jemand nicht nur diese Standardantwort gibt."
Der Kellner kam mit den zwei Gläsern und zwei Scheiben Zitrone. Kagome schnappte sich das Salz vom Tresen und tat sich etwas davon auf ihren Handrücken, dann hob sie ihr Glas dem Hanyou entgegen. "Zum Wohl!"
Der Hanyou tat es ihr gleich. "Von der Mitte, zur Titte, zum Sack - ZACK ZACK!", lachte er und leckte sich das Salz vom Handrücken, biss danach in die Zitrone und schüttete den Tequila hinterher.
Kagome kicherte und machte es ihm fast gleich. Sie leckte sich das Salz von der Hand, trank dann den Tequila und biss zum Schluss in die Zitrone hinein. So hatte Ayame ihr das vor zwei Monaten beigebracht. Sie musste sowieso aufpassen, dass sie nicht mehr trank als das, denn sie vertrug keinen Alkohol und sie wollte, wenn möglich, gerade nach Hause kommen.
Auch er musste kichern und beobachtete sie dabei, wie sie das Getränk zu sich nahm. Jeder machte es anders. "Kommt mir das eigentlich nur so vor oder ist das hier drin total heiß?!", meinte der Hanyou plötzlich und wedelte mit seiner Hand vor seinem Gesicht. Er war ja nicht gerade dick angezogen, aber ihm war total warm.
Kagome sah ihn fragend an. "Nein, eigentlich nicht. Ich finde es angenehm. Stickig, aber angenehm." Sie merkte aber, dass er ein wenig mehr Farbe zunahm im Gesicht aufgrund der von ihm gefühlten Hitze.
Er band sich seine Haare kurz zu einem Zopf, und versuchte dann irgendeinen Gedanken zu fassen, auf den er sich konzentrieren konnte. Es klappte aber nicht. Mit einem seiner Finger zupfte er am Ausschnitt seines Oberteils herum. Für ihn fühlte es sich hier an wie 50° C plus.
"Geht es dir gut? Du siehst ... schlecht aus!", stellte sie fest und lehnte sich ein wenig zu ihm hinüber.
Er schaute sie an, versuchte es zumindest. Der Alkohol machte sich plötzlich wieder in riesen Wellen bemerkbar.
Alles fing an sich zu drehen und ein paar Sachen konnte er nur noch verschwommen wahrnehmen.
Seine Augen bekamen einen leicht fiebrigen Glanz. Der Tequila und das Salz taten ihm wohl nicht so gut, wie gehofft.
Sie rief dem Kellner zu, dass er ein Glas Wasser bringen sollte, vielleicht würde das helfen. Kaum hatte sie es in der Hand, reichte sie es Inu Yasha. "Hier, trink das! Vielleicht geht’s dir dann ein wenig besser!", hoffte sie.
Er nickte und schnappte sich das Glas, trank es auch gleich in einem Zug aus. Irgendwie brachte es aber nichts. Das schnelle Schlucken war auch keine gute Idee. Etwas wackelig auf dem Barhocker holte er seine Brieftasche heraus und legte dem Kellner das Geld für seine Getränke auf den Tisch. Ob es zu viel, oder zu wenig war wusste er nicht. Er wollte raus.
"Ich...muss nach draußen...", flüsterte er und stand auf. Direkt krallte er sich aber an der Theke fest. In dem Moment wo er aufgestanden war, fing sich wirklich alles an zu drehen. Das verhieß nichts Gutes. Dennoch ging er langsam in Richtung Ausgang.
Kagome war ebenfalls aufgesprungen, hatte einen Schein zu dem Geld gelegt, welches Inu Yasha hin geknallt hatte und stand nun direkt neben ihm. Sie legte ihre rechte Hand auf seinen Unterarm. "Bist du sicher, dass du es bis hinaus schaffst? Ich mir nämlich nicht."
Er nickte nur, hatte so ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Kurz musste er leicht aufstoßen. Ohoh...
Er ging Richtung Tür, hielt sich an allem fest, was ging und stand dann auch nach kurzer Zeit schon draußen vor dem Lokal. Die kühle Luft schlug in sein Gesicht, aber nicht einmal das brachte etwas. Dieser plötzliche Temperaturwechsel schien es nur schlimmer zu machen.
"Ich... Mir ist schlecht...", presste er hervor. Na klasse. Und sie war bei ihm. "Geh!", wollte er sie auffordern, das hatte er sich selber zuzuschreiben. Er ging einige Meter, hielt sich mit der Hand immer wieder an der Hauswand.
„Ich werde mir von dir nicht vorschreiben lassen, wann ich zu gehen habe und wann nicht! Wenn ich sage, dass ich bleibe, dann tu ich das auch! Außerdem lass ich dich jetzt garantiert nicht alleine, wenn es dir so mies geht!“, motzte sie leicht, aber dennoch fürsorglich, und sah ihn streng an.
"Wie du meinst...", presste er abermals hervor. Aber nach 3 Metern vielleicht, ging es bereits nicht mehr. Er ging auf eine kleine Grünfläche, welche in der Nähe war und fiel fast schon vornüber auf alle Vier. Immer wieder musste er aufstoßen. Verdammt! Das durfte nicht wahr sein. Noch nie war ihm dermaßen schlecht gewesen.
Gemütlich schlenderte Kagome ihm hinterher. Sie hatte es eindeutig nicht eilig ihm hinterher zu laufen. Mitleid hatte sie schon einmal fast gar nicht mit ihm, daran war er selbst schuld. So gesehen wollte sie nur sicherstellen, dass er nach Hause kam. "Warn mich bitte vor, bevor es losgeht!", trällerte sie ihm hinterher.
Sie hatte gut reden, Bescheid sagen, warum ließ sie ihn nicht einfach hier? Abermals musste er aufstoßen. Seine Speiseröhre brannte. Es dauerte noch einige Minuten. Dann fing er an zu würgen und sein Mageninhalt entleerte sich. Immer wieder übergab er sich auf die kleine Grünfläche und ihm wurde von Sekunde zu Sekunde kälter und irgendwie noch schlechter.
Es war ihm unangenehm, dass sie hier war. Es war seine Schuld, die musste er so, oder so alleine ausbaden, da brauchte er niemanden, der ihm auch noch Salz in die Wunde streute.
Kagome verzog leicht das Gesicht, das würgende Geräusch war alles andere als herrlich mitanzuhören. Was musste er auch so viel trinken, das hatte er jetzt davon. Trotzdem bekam sie ein wenig Mitleid, auch wenn sie es nicht haben wollte. Sie stellte sich direkt hinter ihn und ging in die Hocke, starrte auf seinen Rücken.
Kurz konnte er Luft schnappen, bevor er sich wieder übergab. "Du brauchst hier nicht sitzen! GEH!", forderte er sie noch einmal auf, bevor er wieder auf den Boden starrte. Ihm war plötzlich so kalt. Warum hatte er auch so viel getrunken? Verdammt!
Sie ignorierte ihn gekonnt und legte ihre rechte Hand auf seinen Rücken, fing an auf und ab zu streichen, massierte ihn ein wenig. "Das kannst du gleich vergessen. Ich werde nicht gehen ...", flüsterte sie.
Er wollte schon wieder anfangen zu widersprechen, was abermals durch Erbrochenes unterbunden wurde.War ihm jemals schon dermaßen schlecht gewesen? Er fühlte sich, als wäre er kurz vorm Sterben. Und doch musste er innerlich zugeben, dass ihn ihre Hand auf dem Rücken etwas beruhigte.
"Versuch tief durchzuatmen! Ich weiß, das ist leichter gesagt, als getan, aber versuch es.", redete sie weiter mit ihm, ihn weiter am Rücken massierend. Ihre zweite Hand hatte sie auf ihrem Knie abgelegt gehabt, doch nun legte sie diese ebenfalls auf seinen Rücken.
Er versuchte es zu machen, atmete mehrmals tief durch. Wieder musste er sich übergeben. Seine Kräfte schienen zu schwinden, ihm war kalt, leicht begann er zu zittern.
Nach einigen Minuten machte er einen neuen Versuch, atmete mehrmals tief durch und diesmal beruhigte sich sein Magen ein wenig. Dennoch war ihm kalt und er fühlte sich nicht gut.
Kagome spürte, wie er zitterte, wollte ihn am Liebsten umarmen, unterließ es aber. Das würde ihm bestimmt nicht gefallen. "Geht es wieder ein wenig?", fragte sie daher nur und hörte mit der Massage auf.
Sein Atem ging schwer und er zitterte noch immer. Er nickte leicht. Wirklich gut ging es ihm nicht, aber es schien, als hätte sich sein Magen zumindest beruhigt. Hoffte er. Ein kleiner Windhauch ließ ihn wieder erzittern. Warum nahm er auch nie eine Jacke mit?
Langsam erhob sich das Mädchen und starrte ihn von oben herab an. Ob er alleine nach Hause gehen konnte? "Soll ich dich ... nach Hause bringen?" Ihre Frage war zögerlich. Sie wusste nicht, ob er das nicht als Beleidigung für seinen Stolz ansah, wenn er als Mann von einer Frau begleitet wurde, trotzdem war ihr das im Moment egal. Sie wollte nur, dass er gut Heim kam und nicht irgendwo zusammen brach. So sehr hasste sie ihn auch wieder nicht, wenn sie das überhaupt tat.
Nach Hause, das war ein schönes Wort, da wollte er so schnell wie es ging hin. Somit nickte er nur. Es war ihm egal, ob es nicht sonderlich männlich wirkte, es ging ihm hundsmiserabel.
Vorsichtig erhob er sich, noch etwas wackelig auf den Beinen, bis er komplett stand. Dennoch bewegte er sich in Richtung einer Wand, um sich an dieser abzustützen. Das Zittern wurde stärker.
Kurz schaute er sie an, seine Augen hatten jetzt eine eher matte Farbe.
Mit erhobener Augenbraue sah sie ihn an. So wie er dastand würde er bestimmt nicht nach Hause kommen. Also stellte sie sich neben ihn und sah ihm in seine Augen. Der Glanz darin war verschwunden, es ging ihm wohl wirklich schlecht. "Kannst du alleine laufen, oder muss ich dich tragen?" Ein Lächeln huschte ihr über das Gesicht, als sie sich vorstellte, wie sie versuchte ihn an sich abzustützen und zu schleppen. Das würde bestimmt nicht gut gehen.
"Ich denke nicht, dass du mich halten kannst...", murmelte er bedrückt. Er wandte den Blick ab, er konnte ihr nicht in die Augen sehen. Somit schaute er nach links. "Da lang... nein... doch hier... oder... Moment...", sein Kopf huschte immer wieder in verschiedene Richtungen. Irgendwie sah hier alles gleich aus. Gedanken konnte er auch nicht sonderlich fassen, die Kälte nahm ihn immer mehr gefangen. Somit zitterte er etwas stärker.
"Das weiß ich auch, dass du mir zu schwer sein wirst ...", gab sie zu, sah ihm weiterhin ins Gesicht. "Aber wenn du willst, dass ich dich Heim bringe, dann musst du dich schon entscheiden, in welche Richtung wir gehen müssen. Ich weiß nicht, wo du wohnst."
Nach weiteren Minuten schaute er sie an. "Ich... ich... irgendwie sieht alles gleich aus...", versuchte er den Satz zu verbessern. Mein Gott jetzt vergaß er sogar wo er wohnte. Ein kleiner Rotschimmer war um seine Nase erkennbar, es war ihm peinlich, dass sie ihn so erleben musste.
Krampfhaft versuchte sie ein Lachen zu unterdrücken. Auf der einen Seite war es fast schon peinlich, dass er nicht mehr wusste, wo er wohnte, aber auf der anderen Seite fand sie es unglaublich süß.
Doch schon verging ihr das Lachen wieder, als sie überlegte, was sie nun machen sollten. Eine Option blieb ihnen noch, aber das ... konnte sie das machen? Wollte sie das machen? Aber sie konnte ihn doch nicht alleine hier stehen lassen. Er würde erfrieren, so wie er zitterte vor Kälte. Seufzend ergab sie sich. "Gut ... dann komm!" Sie wandte sich ab und machte einige Schritte in die Richtung, aus der sie gekommen war, um zur Bar zu gehen.
Er schaute ihr nach, wo wollte sie denn hin? Am besten nicht fragen sondern machen. Somit folgte er ihr etwas langsamer. "Wo gehen wir denn hin?!", wollte er von ihr wissen.
Sie blickte zu ihm nach hinten, blieb aber nicht stehen. "Kannst du dir das nicht denken? Wo willst du schlafen?"
"Im Beeeeett!", meinte er lang gezogen, um ja deutlich zu machen wo er hin wollte.
Kurz dachte er nach, bevor es ihm einfiel. Oh Nein! Nein! Nein! Nein! So zur Last fallen wollte er ihr nicht! Er war selber schuld an seiner Situation. Dementsprechend blieb er stehen und blickte sie vielsagend an.
Als sie merkte, dass er ihr nicht mehr folgte, blieb auch sie stehen. "Was hast du jetzt wieder für ein Problem? Komm mir bloß nicht mit irgendwelchen Gründen, warum du das nicht machst! Also ab nun!", forderte sie ihn auf, mit einem richtig greifenden Befehlston in der Stimme. Sie hatte keine Lust lange zu diskutieren.
"Ich hab mich da rein geritten, dann bade ich das auch aus!", sie wollte ihn nicht erleben wenn er Morgen aufwachen würde. "Ich will dich da nicht mit hineinziehen!", flüsterte er kaum hörbar hinterher. Wieder zog eine Brise auf, was ihn erzittern ließ. Er rieb sich die Oberarme, verdammt war es eben auch schon so kalt gewesen?
Die Augen verdrehend überwand sie die letzten Meter zwischen ihnen, schnappte ihn an der Hand und versuchte ihn hinter sich her zuziehen. "Keine Widerrede mehr! Das dulde ich nicht! Und ... ich bin auch nicht ganz unschuldig an der Situation! Also komm jetzt! Du sollst ja nicht bei mir einziehen!", redete sie weiter, "Oder willst du, dass du hier erfrierst?"
Sollte er darauf antworten, oder nicht? Keine Ahnung, er schüttelte lieber den Kopf, das war sicherer. Somit ließ er sich auch mitziehen. "Danke...", meinte er leise und schaute sie an. Sie konnte echt nett sein, das musste man ihr lassen.
"Ach Papperlapapp! Das ist nicht der Rede wert!", murmelte sie nur noch und zog ihn einfach weiter mit sich. In Gedanken ging sie schon alle Klamotten durch, die sie besaß .... was sollte er denn zum Schlafen tragen? Hatte sie nicht zufällig irgendetwas, was ihm passen könnte? Nein ... nichts, was nicht rosa, flieder, oder eine andere Farbe hatte.....


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