Warum? - Weil ich mich nicht benutzen lasse!

Kagome kniff ihre Augen zusammen, sie wollte noch nicht aufwachen, dafür hatte sie viel zu gut geschlafen. So gut wohl noch nie in ihrem Leben. Trotzdem blinzelte sie ein-, zweimal, bis sie ihre Augen ganz öffnete und ihr Blick auf die nackte Brust des Hanyous fiel. Schlagartig wurde sie rot um die Nase und setzte sich leise auf. Sie wollte ihn nicht wecken.
Kurz betrachtete sie ihn, er sah wirklich süß und total unschuldig aus, wenn er schlief. Leider war er das nicht immer, wenn er munter war.
Seufzend schlich sie sich vom Sofa und tapste ins Badezimmer, wo sie sich erstmal das Gesicht mit kaltem Wasser wusch. Das tat gut und machte wach. Dann ging sie weiter in die Küche, schaltete die Kaffeemaschine an und den Wasserkocher. Sie wollte Frühstück machen, doch sie wusste nicht, was er gerne Morgens trank, von daher machte sie eben Kaffee und Tee. Hoffentlich wollte er keinen Kakao, denn den hatte sie nicht im Haus.
Leise summend werkte sie herum, versuchte dabei leise zu sein, was sie nicht immer schaffte. Ab und an war lautes Klirren und Scheppern zu hören.
Leise knurrend drückte der junge Hanyou seinen Kopf tiefer in die Kissen, konnte sie nicht leiser sein? Er hatte das Gefühl, dass direkt neben seinen empfindlichen Ohren ein Presslufthammer auf Anschlag lief.
Er zog die Decke über seinen Kopf. Zwar hatte er gut geschlafen, was wohl an ihrem Geruch lag, aber jetzt hatte er entsetzliche Kopfschmerzen.
"Mist!", fluchte sie leise, als ihr der Teelöffel aus der Hand rutschte. Jetzt war er wohl wach, dachte sie sich, denn seine empfindlichen Ohren hörten alles. Trotzdem machte sie unbeirrt weiter und stellte Brötchen, Aufstriche und andere Sachen, um ein Brötchen zu belegen, auf den Tisch, drapierte alles, sodass es recht nett aussah und stellte noch die Tee- und Kaffeekanne auf den Tisch.
Er rollte sich auf den Bauch. Immer wieder entfloh ein leises Knurren seiner Lunge. Verdammt, er hatte Kopfschmerzen! Und er fühlte sich insgesamt wie aus dem Grab geholt. Alles tat ihm weh, sein Rücken voran.
Vorsichtig streckte das Mädchen den Kopf aus der Küche, um zu sehen, ob ihr Gast auch schon munter war und vernahm direkt sein Knurren. War so klar gewesen, dass es ihm dreckig ging ... wie hätte es auch anders sein sollen? "Morgen.", meinte sie in normaler Lautstärke.
Er schaute kurz auf und zu ihr. "Morgen", grummelte er zurück. "Hast du eine Kopfschmerztablette?!", fragte er direkt weiter. Er und Kopfschmerzen waren Gift zusammen, alles hörte er, dank seinen Ohren, sowieso schon lauter und das dann mit Kopfschmerzen? Nein danke!
Ein breites Grinsen formte sich in ihrem Gesicht. "Eigentlich würde ich dir die Kopfschmerzen vergönnen, damit du eine Lehre daraus ziehst und nicht wieder so viel trinkst. Aber warte einen kleinen Moment, ich werde nachsehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich eine habe." Und schon war sie im Badezimmer verschwunden und kramte in ihrem kleinen Spiegelschrank.
Er setzte sich auf. Schaute sich nochmals in der Wohnung um, wirklich, es war gemütlich.
Langsam stand er auch auf. Er streckte sich einmal ausgiebig, wobei fast alle seine Knochen laut knackten.
Irgendwie konnte die Schwarzhaarige die Tabletten nicht finden. Hatte sie wirklich keine mehr? Aber sie hatte doch extra eine neue Packung gekauft, denn sie wollte auch welche mitnehmen nach Miami. Da fiel es ihr wieder ein, die hatte sie noch in ihrer Handtasche und die lag im Schlafzimmer. Also kam sie aus dem Bad hinaus, machte einen Bogen durch den Flur und verschwand schon durch die nächste Türe, rief Inu Yasha nur ein "Setz sich schon mal in die Küche!", zu.
Er zuckte bei dem Klang ihrer lauten Stimme zusammen, und knurrte nochmals unzufrieden auf.
"Ist gut...", murmelte er und schlurfte in die Küche. Auf dem Tisch standen schon alle möglichen Leckereien. Warum fuhr sie denn so auf? Er musste nicht zwingend immer was essen, aber wenn sie sich schon solche Mühe machte.
Endlich hatte sie die Tabletten gefunden und ging damit in die Küche. "Ähm ... ich hab nicht gewusst, was du frühstückst, deswegen ist es hier so voll..", murmelte sie leicht verlegen und streckte ihm die kleine Packung entgegen.
Er schaute ihr kurz in die Augen. "Wegen mir musst du dir aber nicht solche Mühe machen...", flüsterte er, schnappte sich die Schachtel und kramte eine der Tabletten hervor. "Hast du ein Glas Wasser?!", fragte er sie noch.
"Ach, das macht mir nichts. Außerdem müssen die Sachen sowieso alle gegessen werden. Ich bin ab morgen in Urlaub und da werden sie nur kaputt.", rechtfertigte sie sich und ging zur Spüle, öffnete den Schrank darüber, zog ein großes Glas hinaus und füllte es mit Leitungswasser. Dann ging sie wieder zurück, streckte ihm das Glas entgegen und sah ihn an.
Er lächelte ihr entgegen und nahm das Glas an. Kurzerhand verschwand die Tablette und das Wasser in seinem Magen. Hoffentlich wirkte das kleine Teil auch.
"Wo geht’s denn hin, wenn man fragen darf?!", er wusste es zwar ganz genau aber er musste sich ja schließlich doof stellen. Auch er sah sie wieder an.
"Sango, Ayame und ich fliegen nach Miami. Sonne, Strand und Meer. Das wird bestimmt toll, vor allem, weil ich mich dann endlich ein wenig entspannen kann und meine Ruhe habe!", schwärmte sie vor sich hin und füllte sich dabei Kaffee in ihre Lieblingstasse, welche ein großes Herz mit einem Teddybären zierte.
Der Hanyou musste sich bei dem Anblick der Tasse ein Grinsen verkneifen, das passte zu dem Mädchen. "Das ist ja lustig, Miroku, Kouga und ich fliegen auch morgen nach Miami! Ebenfalls Urlaub machen.", lächelte der Hanyou einfach nur. Auch er goss sich etwas Kaffee in seine Tasse und umfasste diese mit seinen Händen.
Kagome wollte eben ihren Kaffee zuckern, hielt in ihrem Tun aber inne und starrte den Weißhaarigen mit offenem Mund an. Sie merkte gar nicht, dass immer mehr und mehr Zucker in ihre Tasse gelangte, aber das war auch nicht mehr von Belang. "Was macht ihr?", fragte sie noch einmal nach, sie konnte es nicht glauben. Und sie hatte wirklich geglaubt, dass sie endlich Ruhe haben würde, dass sie mit amerikanischen Jungs in der Disco tanzte und einfach ihr Leben leben konnte. Hoffentlich trafen sie sich nicht auch noch am Strand, oder so, denn das würde sie nicht überleben. Auch wenn Inu Yasha süß war, aber sie hatte schon ein paar Mal seine Reaktion gesehen, wenn sie etwas über einen anderen Jungen sagte. Er würde alles kaputt machen, wenn sie sich begegnen sollten.
Er schaute eher interessiert auf die Kaffeetasse und hielt nach einigen Sekunden seine Hand unter den Zuckerstrom und sah sie dabei an. "Wir fliegen nach Miami, morgen und machen Urlaub.", wiederholte er sich, er merkte ganz genau, dass es ihr nicht sonderlich passte. Aber er beließ es dabei, auf laute Diskussionen hatte er nun gar keine Lust.
Endlich merkte sie, dass sie immer noch dabei war Zucker in ihre Tasse zu schütten, im Moment aber eher auf seine Hand und stellte das Teil weg, entfernte den Zucker aus seiner Hand. Gedankenverloren rührte sie danach in ihrem braunen Gebräu herum, hatte aber keine Lust mehr es zu trinken. "Und ... wo genau in Miami werdet ihr sein?"
Er zuckte mit den Schultern, Miroku hatte gebucht, weil er es ihm aufgetragen hatte. "Miroku hat gebucht, da musst du schon ihn fragen.", meinte er nur monoton und trank einen Schluck des schwarzen Gebräus. Er mochte ihn am liebsten schwarz. "Irgendwo am Strand...", meinte er noch hinterher, aber das konnte sie sich wohl denken.
Er schaute sich etwas auf dem Tisch um, und schnappte sich nach kurzem Überlegen ein Brötchen.
"Aha ...", war das Einzige, was sie noch hervor brachte, ehe auch sie zu einem Brötchen griff. Sie schwieg, es hatte ihr die Sprache verschlagen. Warum passierte das alles nur ihr? War das Schicksal?
Nach einigen Minuten hatte sie aber dann doch ein paar Fragen noch. "Was werdet ihr so machen? Party? Frauen abschleppen?"
Nun musste er doch grinsen, die Frage war klar. "So, wie ich die Jungs kenne, auf jeden Fall. Ich bin aber eigentlich wirklich zum Urlaub machen da. Also Party, Tanzen, Strand und Chillen... sonst nichts...", er wollte halt Urlaub haben, Frauen bekam er auf der Arbeit genug.
Er teilte das Brötchen in zwei Hälften, schmierte etwas Butter darauf und aß es dann. Aufschnitt brauchte er nicht, er frühstückte sowieso recht ungern.
Sie bedachte ihn mit einen undefinierbaren Blick. "Ach ... wirklich nur die anderen Beiden? Und du bist so ein braver Kerl, der sich nicht ein Mädchen aufreißen wird?", beinahe musste sie kichern über seine Aussage. Sie konnte es nicht glauben.
Er schaute sie wieder an. "Jap...", meinte er dazu nur, sie glaubte ihm sowieso nicht. Verständlich eigentlich, aber er wollte sich auch nicht groß erklären. "Und du? Was willst du so machen?!"
"Hm ... zu aller erst ein wenig Farbe bekommen. Ein wenig am Strand liegen, feiern, mir die Jungs ansehen, wie die so in Amerika drauf sind. Sango und Ayame freuen sich auch schon am meisten auf das Frischfleisch.", lächelte sie leicht und gab sich genau wie er nur Butter in ihr Brötchen. Den Rest hatte sie nur für ihn hinaus gestellt. Wann hatte sie das letzte Mal gefrühstückt? Ist sicher schon eine Ewigkeit her. Wenn sie nicht musste, dann tat sie es auch nicht.
Er nickte nur, war klar, er schaute sich auch gerne Frauen an, warum auch nicht? Dann konnte sie ja wohl auch Männern hinterher schauen. Solange nicht mehr passierte.... Moment, halt, warum dachte er das schon wieder? Es sollte ihm doch egal sein. Kurz schüttelte er den Kopf, was wieder ein aufpochen seiner Schläfen zur Folge hatte. Wieder knurrte er missgelaunt auf.
Warum knurrte er? Sie wusste es nicht, war es, weil sie Jungs hinterher sehen wollte? Oder hatte es einen anderen Grund? "Aber eines weiß ich.", redete sie munter weiter. "Wenn ich dort den Mann meines Lebens finde, dann wandere ich aus!" Die rosa Wolke war eben immer noch die Schönste.
Sie biss von ihrem Brötchen ab und nahm einen Schluck von ihrem Kaffee, welcher, dank Inu Yasha, nicht verzuckert war.
Nun musste er wieder leise knurren, weil sein Biest irgendetwas hatte. Er schüttelte aber nur den Kopf. Sollte sie doch in ihrer Rosaroten-Glitzerwelt leben. Sie würde schon bemerken, dass viele Männer in Amerika auch nur eingebildet waren. Nun gut... er war auch nicht immer besser, aber... ist ja auch egal. Es war eben so.
Wieder pochten seine Schläfen auf, und er zuckte etwas zusammen, warum wurden die Kopfschmerzen schon wieder stärker? Verdammt nochmal! Niemals mehr würde er so viel trinken!
Jetzt merkte sie, warum er knurrte, er hatte wohl immer noch Kopfschmerzen. "Brauchst du noch eine Tablette?", ein klein wenig Besorgnis klang in ihrer Stimme mit.
"Geht schon!", knurrte er sie ungewollt an. Arghs, das wurde ja immer Schlimmer! Verdammt.
"Ich setz mich wieder ins Wohnzimmer!", knurrte er noch hinterher, bevor er aufstand und ins Wohnzimmer wanderte. Warum waren diese Schmerzen plötzlich so stark?
Sie war ein wenig zurück geschreckt, als er sie so angeknurrt hatte. Was war denn nun mit ihm los? Sie blieb einen Moment in der Küche sitzen und starrte auf den Tisch. Etwas betrübt war sie jetzt schon. Das war halt zu viel für sie. Sie brauchte einen klaren Kopf, also stand sie auf und fing an, lautstark wohlgemerkt, die Sachen vom Tisch zu räumen. Ihre Betrübnis hatte sich innerhalb von nur wenigen Sekunden in leichten Zorn verwandelt.
Als sie wieder anfing mit dem Geschirr und den Küchenutensilien rumzuscheppern platzte ihm fast der Kopf, er schmiss sich wieder auf das Sofa und drückte sich das Kissen über den Kopf, um die Geräusche abzudämpfen. Seine Schläfen pochten noch immer so stark. Wieder knurrte er auf, versuchte leiser zu werden. Wie gesagt, er wusste wie unausstehlich er wurde, wenn er Schmerzen hatte.
Wenn er sauer auf sie war, dann sollte er doch einfach verschwinden, dachte sie sich insgeheim. Ein wenig verletzt hatte sie seine Reaktion schon, warum? Das wusste sie nicht, schob es auf ihre weiblichen Hormone. Eigentlich wollte sie nur nett sein und das war dann wohl sein Dank gewesen, den hatte sie auch gebraucht, wie einen Pickel auf der Nase, wenn man ein Date hatte.
Als sie mit aufräumen fertig war verließ sie die Küche, ignorierte ihren Gast aber und ging weiter in ihr Schlafzimmer. Dort fiel ihr Blick auf eine kleine Packung mit Pillen, verdammt, sie hatte gestern vergessen eine davon zu nehmen, dann würde sie es eben jetzt nachholen. Schon griff sie danach.
Er grummelte, wurde aber wieder leiser, das Pochen nahm ab, hoffentlich jetzt für immer. "Kagome?", sprach er in normaler Lautstärke, er wollte sich ihr erklären. Nicht, dass sie sauer auf ihn war.
"Was?", schnappte sie zurück, ließ sich aber nicht blicken, sondern drückte ihre Pille aus der Folie hinaus.
Okay...sie war sauer... "Magst du kurz herkommen?!", meinte er etwas leiser. Wenn sie nun rumbrüllte garantierte er für nichts.
Die Pille in ihrer Hand, ging sie ins Wohnzimmer, sah ihn kurz an und wollte schon wieder weiter in die Küche. Die Pille war zwar klein, aber ohne Flüssigkeit brachte sie diese nicht hinunter.
Er schaute sie kurz an und senkte dann wieder den Blick, wobei seine Augen kurz das kleine Ding in ihrer Hand fixierten. "Entschuldige... ich werde immer ziemlich unausstehlich, wenn ich Schmerzen habe, war wohl grad so eine Art Anfall. Ist wieder vorbei...", murmelte er.
Sie bedachte ihn mit noch einem kurzen Blick, nickte schweigsam und ging in die Küche, schnappte sich ihre Tasse, machte einen Schluck vom Inhalt und wollte sich schon die Pille in den Mund werfen.
Er überlegte kurz, wobei das Bild ihrer Hand und der kleinen Tablette vor seinem Kopf herumschwirrte. Dann fiel es ihm wieder ein, sie hatte gestern gesagt sie nahm die Pille. Leise knurrte er direkt etwas zornig auf. "Kagome? Kommst du nochmal....", er wollte wissen warum sie ihm so etwas 'angetan' hatte.
Die Pille endlich im Magen, verdrehte sie die Augen und ging wieder zurück ins Wohnzimmer. Fragend sah sie ihn an und lehnte sich gegen den Türrahmen.
"Was war das grad in deiner Hand?", fragte er sie seelenruhig, fast schon zu ruhig, für sein innerstes Gemüt.
Mit erhobener Augenbraue sah sie ihn an. "Eine Tablette.", war die ehrliche Antwort. Was sollte es sonst gewesen sein? Dumme Frage von ihm.
"Was für eine Tablette?!", fragte er weiterhin so ruhig, wobei sein Innerstes schon schrie diese Frau eigentlich dermaßen an zu fauchen und an zu schreien.
Nun verschränkte sie ihre Arme vor der Brust. Wenn er schon so dämlich fragte, dann hatte er ihr Geständnis vom Vortag wohl wirklich nicht mitbekommen. "Meine Pille.", gab sie auch diesmal ganz ruhig eine ehrliche Antwort. Mehr, als dass er sie umbringen wollte, passierte nicht.
"Ah... also hab ich mich gestern nicht verhört...", klärte er sich sozusagen selber auf. Tief holte er  Luft, was nötig war, um nicht gleich auszurasten. "Und warum sagtest du mir dann, dass ich Vater werden würde und du schwanger wärst?!", wenn sie nun etwas Falsches sagte, konnte sie ihr blaues Wunder erleben.
"Moment! Dass ich schwanger wäre, habe ich niemals mit auch nur einem Wort erwähnt! Ich habe lediglich gemeint, dass die Chancen recht gut stünden, dass was passieren könnte. Ich meine .... zu 100% wirkt die Pille auch nicht immer.", verteidigte sie sich.
Das war nicht wahr, sie versuchte sich zu verteidigen, gut, sie hatte mit dem was sie gesagt hatte recht, aber dennoch war sie schuld daran, das diese Gedanken und alles wieder hochgekommen waren. "Ich hab dich nach dem Grund gefragt, warum du das gemacht hast!", meinte er ruhig.
"Ich bin dir nichts schuldig!", war zwar nicht die intelligenteste Antwort, aber ihrer Meinung nach angemessen.
Sein Geduldsfaden riss, er wollte verdammt nochmal den Grund wissen! "Der Grund!", knurrte er leise.
"Wozu? Was sollte es jetzt noch ändern?" Sie hatte absolut keine Lust ihm auch noch alles zu erklären. Sollte er lieber selber nachdenken, vielleicht würde er noch darauf kommen.
Nochmals atmete er tief durch, mehr oder weniger konnte er sich zwar denken warum sie das getan hatte, aber dennoch wollte er es von ihr hören. "VERDAMMT SAG MIR DEN GRUND!", bellte er sie wütend an. Er war von jetzt auf gleich auf 380 Grad!
Kagome richtete sich gerade auf, starrte ihn einfach nur an. "Weil ich mich nicht benutzen lasse!" Sie selbst wirkte ruhig, war innerlich aber total aufgewühlt. Sie hoffte, dass er einfach nur ging und nichts mehr sagte, aber die Hoffnung war bestimmt umsonst.
"Ach, und alleine das gibt dir den Grund, irgendeinen Menschen in seine persönlich Hölle zu stürzen! SAG MAL HAST DU SIE NOCH ALLE?!", grollte er wütend. Sein Körper fing an sich anzuspannen. Er hatte grad tierische Lust diese Frau in der Luft zu zerreißen.
"Du hast ja keine Ahnung, wie ich mich gefühlt habe! Ganz im Gegenteil! Ich finde es nur gerecht!", wurde sie nun auch lauter, bewegte sich aber nicht vom Fleck. Sie hatte Angst, dass wenn sie sich bewegte, er sich auf sie stürzte und ihr an den Hals wollte.
Das war nun nicht wahr. Sie fand es gerecht. Er war von jetzt auf gleich in ein Loch gestürzt, und dann kam noch die Sache mit seinen Eltern wieder hoch, auch ihre Schuld, und sie fand es gerecht?
Innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde stand er vor ihr. "HAST DU DENN EINE AHNUNG, WIE ICH MICH GEFÜHLT HABE?!", knurrte er reißend. "NEIN, ODER?! DU SIEHST WIEDER NUR DICH!", bellte er sie weiter noch an.
Automatisch ging sie einige Schritte zurück, als er auf einmal vor ihr stand. "Ich hab es dir doch nur gleich gemacht!", sagte sie nicht mehr so laut, wie zuerst. Immerhin dachte er auch nur an sich selbst und an seine Befriedigung und sonst an niemanden.
"Du hast dich keine Sekunde wirklich gewehrt! Ab und an vielleicht hast du kurze Anstalten gemacht, bevor du dann wieder weitermachen wolltest! UND ICH HAB DICH GEFRAGT, OB DU EINE AHNUNG HAST, WIE ICH MICH GEFÜHLT HABE?!", schrie er sie erneut an.
Seine Augen blitzten kurz rötlich auf, bevor das Gold wieder erschien, diesmal allerdings mit einer Eiseskälte darin.
Inzwischen war sie so weit retour gegangen, dass ihr Küchentisch zwischen ihnen stand. "Ich könnte dich das Gleiche fragen ... aber, wenn du es unbedingt wissen willst ... nein! Ganz genau weiß ich es nicht, aber ich kann es mir gut vorstellen! Und genau aus dem Grund, wie du nun reagierst, habe ich nichts gesagt! Du hast nur gesehen, dass wir kein Kondom hatten und automatisch war ich schwanger! Bist auch selbst schuld daran!"
Sie stand auf der anderen Seite ihres Küchentisches, einer dieser Art, welche an der Wand montiert sind. Er ging wieder in ihre Richtung. Packte den Tisch mit der einen Hand und sah sie an. "Ich habe mich mehr als dreckig gefühlt. Und ich habe dich auch noch gefragt und du hast dir einen Spaß daraus gemacht, dass es mir so dreckig ging....", knurrte er sie an.
"Das ist nicht wahr!", keuchte sie ängstlich. Er machte ihr wirklich panische Angst, der Blick, die Stimme, alles an ihm schüchterte sie ein. "Spaß .. hat es mir keinen mehr gemacht! Nur die ersten 5 Minuten!" Auch in ihrer Stimme klang die Panik ein klein wenig mit.
Seine Armmuskulatur spannte sich kurz an, bevor der Tisch unter einem ächzenden Geräusch aus der Wand gerissen und dann an selbige geschmissen wurde. "Du machst dir einen Spaß daraus, andere Leute in ein Loch zu stürzen?!", knurrte er sie wieder an. "Und das Telefonat? Da klangst du allerdings nichts so, als hätte es dir keinen Spaß gemacht....", er stand wieder innerhalb eines Wimpernschlags vor ihr.
Sie schrie erschrocken auf, als er ihren Tisch ruinierte und hielt die Luft an, als er vor ihr stand. Sie öffnete ihren Mund, um noch etwas zu sagen, aber es kam kein Wort mehr über ihre Lippen. Tränen sammelten sich langsam in ihren Augen. Sie weiß doch selbst, dass es nicht richtig war, darum wollte sie es ihm gestern auch sagen, weil ihr Gewissen es nicht mehr ausgehalten hatte und nun musste sie wohl um ihr Leben fürchten? Wollte er ihr etwas antun? Ihre Augen waren aus purer Angst geweitet und starrten in seine Goldenen.
Er schloss kurz die Augen. Atmete mehrmals tief durch. Aber wirklich beruhigen konnte er sich nicht. Sein Blut kochte förmlich. Nach einigen Sekunden riss er sie auch wieder auf und fixierte sie mit blutroten Augen. "Tut dir zumindest die Sache mit meinen Eltern richtig leid?!", knurrte er aufgebracht. Sie hatte es ihm zwar schon gestern einmal gesagt, aber er wollte es nochmals hören.
Eine Träne stahl sich aus ihrem Auge und sie nickte. Das mit seinen Eltern war doch wirklich keine Absicht gewesen! Geplant war das bestimmt nicht, das hatte sie schließlich nicht wissen können. "Das ... das..." Sie holte Luft, hatte das Gefühl, als würde es ihr die Kehle zudrücken. Sie schloss einfach ihre Augen, konnte seine nun Roten nicht mehr ansehen.
"Dein Glück...", knurrte er abermals. "Schau mich an...", setzte er eiskalt hinterher.
Es war wohl besser, wenn sie tat, was er von ihr wollte, wer weiß, was er sonst noch mit ihr machte. Also öffnete sie ihre Augen, in denen sich immer mehr Tränen sammelten und sich einen Weg hinaus bahnen wollten, was sie aber mit größter Mühe unterdrückte.
"Du hast Angst, dass ich dir was antue, oder?!", meinte er kühl. Umfasste dann ihr Kinn mit seinen langen Krallen. "Du hast Angst, dass ich dich angreife...", man sah es ihr an. Aber er würde ihr nichts tun.
Wieder nickte sie und konnte nicht mehr lange ihre Tränen halten, warum ging er nicht einfach? Warum machte er dem nicht endlich ein Ende? Auch wenn er sie erst kurz anschrie, ihr kam es vor, wie eine halbe Ewigkeit.
Er nickte, schloss noch einmal seine Augen und öffnete diese nach einigen Momenten wieder. Seine goldenen Irden waren wieder da, wobei das Gold starr wirkte. Dennoch konnte er nicht verhindern, dass ganz hinten ein kleiner Schimmer Traurigkeit auftauchte.
"Entschuldige dich noch einmal richtig bei mir, dann ist das Thema gegessen.", erklärte er ihr mit ruhiger Stimme, obwohl sein Innerstes brodelte. Er hatte selber nicht geplant dermaßen aus der Haut zu fahren.
„Ich … es … es … ich …!“, brachte sie nur heraus. Sie wollte sich ja entschuldigen, aber sie konnte nichts sagen. Was sollte sie machen?
Sie konnte nicht mehr stehen, ließ sich auf die Knie nieder und weinte los. Sie konnte es nicht mehr unterdrücken, dazu hatte sie keine Kraft mehr, aber die Angst, welche sie eben noch hatte, wollte hinaus. Natürlich spielte auch ihr schlechtes Gewissen eine tragende Rolle, aber immerhin hatte sie ihn bei sich übernachten lassen, hatte versucht mit ihm zu reden, nur der Alkohol hatte ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Er seufzte leise, so war das nicht geplant. Auch er bückte sich kurz, zog sie mit sich hoch und ging mit ihr ins Wohnzimmer, wo er sich mit ihr auf die Couch niederließ.
Er hasste es wenn Frauen weinten, damit konnte er nicht umgehen. "Hör auf zu weinen..." Er war wütend gewesen, aus seiner Sicht berechtigt, aber, dass er so aus der Haut fahren würde, hätte er nicht gedacht.
Das war leicht gesagt, sie konnte nicht aufhören, hatte er denn eine Ahnung, was für eine Panik und schlechtes Gewissen sie hatte?
Trotzdem versuchte sie es, versuchte sich die Tränen mit ihren Händen abzuwischen, aber es funktionierte nicht. Kurz schniefte sie auf und sah ihm mit ihren verweinten Augen in seine.
Nun musste er doch leicht lächeln. Sie sah in diesem Moment so hilflos und süß aus. Einem Drang nach folgend legte er seine rechte Hand auf ihre Wange und strich die Tränen mit seinem Daumen weg. "Shhht...", er musste sie beruhigen, er wollte sie nicht in so eine Panik versetzen.
Sie lehnte sich leicht in seine warme Hand hinein, beruhigte sich, wenn er so liebevoll war. Ihr Atem wurde etwas ruhiger und sie konnte tief durchatmen. Dann sah sie ihn wieder an. "Ich ... ich ... wollte das ... nicht ...", nuschelte sie leise und strich sich selbst über ihre freie Wange und wischte sich die letzten Tränen weg. Endlich konnte sie aufhören zu weinen.
Er nickte nur langsam. Dazu konnte er nichts sagen. "Ich wollte aber auch nicht so aus der Haut fahren.", gab er zu.
Weiterhin strich er mit seinem Daumen über ihre Wange und schaute sie an. Die Kälte wich langsam wieder dem warmen Bernsteinton.
Auch sie nickte. „Es tut mir leid ...“, murmelte sie weiter. „Meinem Tisch wahrscheinlich auch, auch wenn ich noch nicht weiß, was er dir getan hat.“, lächelte sie leicht und war froh, dass sie wieder in seine warmen Augen sehen konnte und nicht mehr in die anklagenden Irden.
"Er hat mich provoziert...", lächelte der junge Hanyou das schwarzhaarige Mädchen vor sich an. "Den ersetze ich dir natürlich und wenn ich selber im Blaumann vorbeikommen muss."
"Das nehm ich beim Wort ... du und ein Blaumann!", schmunzelte sie und zog seine Hand sanft von ihrem Gesicht, damit sie aufstehen konnte.
Er lächelte ebenfalls, blieb aber noch sitzen. Er musste gerade seine Gedanken ordnen und überlegen, wo er gestern Abend seine Klamotten hingeworfen hatte, waren diese noch im Bad? Oder hatte er sie auf einem Wäscheberg geworfen?
Kagome ging kurz ins Bad und sah in den Spiegel. Sie sah schrecklich aus und schon im nächsten Moment war es ihr peinlich, dass sie wie ein kleines Kind vor Inu Yasha geheult hatte. Schnell wusch sie sich das Gesicht mit kaltem Wasser, damit die gerötete Nase und die roten Augen verschwanden, aber es half nichts. Verzweifelt sah sie wieder auf ihr Spiegelbild.
Er stand auf. Schnüffelte etwas herum, damit er seinen Geruch finden konnte. Wo waren seine Klamotten? Langsam drehte er sich um und schaute dann auf das Sofa. "Auch gut...", meinte er, als er bemerkte, dass er auf diesen gesessen hatte. Er schnappte sie sich und schnüffelte dann noch einmal, Kagome war im Bad... Dann zog er sich eben hier schnell um.
Somit entledigte er sich der Hose, die Kagome ihm zum schlafen gegeben hatte.
Kurz wartete sie noch, doch dann entschied sie, dass es unhöflich wäre, wenn sie noch länger im Bad blieb und ihren Gast alleine ließ. Also verließ sie den Raum, um wieder ins Wohnzimmer zu gehen, wo sie beinahe der Schlag traf, als sie den Hanyou nur in der Trunks stehend entdeckte, dachte aber erst gar nicht daran weg zusehen, sondern genoss den kleinen Ausblick, der sich ihr bot.
Auch er versteifte sich von jetzt auf gleich und richtete sich automatisch zu seiner vollen Größe auf.
So war das nicht geplant. Etwas hilflos stand er nur in seiner Trunks da und schaute sie an, wobei ihr Blick eher auf seinem Körper, als auf seinem Gesicht lag.
Sie hatte vollkommen vergessen, dass er auch noch ein Gesicht besaß, sah nur auf seinen Körper und dachte an die zwei Male, wo sie ihn mit noch weniger Stoff gesehen hatte. Der Anblick machte sie scharf und sie musste schwer schlucken, versuchte sich wieder unter Kontrolle zu bekommen. Aber das war gar nicht so einfach, jetzt wo sie einmal davon kosten durfte, wie es war mit einem Mann, musste sie gestehen, dass sie ihren Spaß daran gefunden hatte.
Er stand immer noch so da und schaute sie an. Sie allerdings schaute immer noch auf seinen Körper, sie fand diesen wirklich mehr als anziehend. Nun schlich sich doch ein kleines Grinsen auf seine Lippen. "Dir gefällt der Anblick, oder?!" Er spannte seine Bauchmuskeln an, damit sich diese stärker abzeichneten.
Kurz leckte sie sich über ihre Lippen und nickte bestätigend. Sie wusste es, er wusste es, wozu also noch leugnen? "Stimmt ...", murmelte sie zusätzlich, ließ ihren Blick auf seinem Bauch ruhen und genoss den Anblick von Sekunde zu Sekunde mehr. War die Heizung an? Ihr wurde nämlich ziemlich heiß in diesem Augenblick.
Auch wenn es eine komische Art der Entschuldigung war, warum nicht auch mal so? "Komm her... als Entschuldigung darfst du ruhig mal berühren...", grinste er sie an.
Der Aufforderung kam sie doch gerne einmal nach. Wenn er es ihr schon anbot, dann musste sie es ausnutzen. Sie ging auf ihn zu, blieb direkt vor ihm stehen und legte ihre Hände auf seinen Bauch, ihren Blick lenkte sie auf sein Gesicht. Dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen, damit sie ihm mit ihrem Gesicht näher kommen konnte. "Nur deinen Bauch?", hauchte sie fragend.
Nun wurde er innerlich doch etwas stutzig. Hatte sie heute ihren ganz direkten Tag, oder was war los? "Mach was du willst...", meinte er, sah ihr dabei ins Gesicht.
Wie sie es liebte, wenn er ihr etwas gestattete. Aber weit wollte sie nicht gehen. Somit legte sie ihren Kopf auf seine Brust und ließ ihre Hände nach hinten wandern, ihm sanft über seinen Hintern den Rücken hinauf streichen, wo sie dann zur Ruhe kamen.
Er grummelte leise und zufrieden. Immer noch fand er es atemberaubend, wenn ihre schmalen Hände über seinen Körper wanderten. Er blieb weiter so ruhig stehen, ihre Hände auf seinem Rücken fühlten sich angenehm an, entspannten ihn mal ein wenig.
Sie stand einige Zeit lang so da, regte sich nicht. "Bist du mir wirklich nicht mehr böse?" Irgendwie fand sie die Situation eben absurd. Zuerst war alles in Ordnung, dann war er ganz kurz davor gewesen sie zu lynchen und nun standen sie hier und sie umarmte ihn. War sowas normal?
Er lächelte sie an und schüttelte den Kopf, einige seiner Strähnen fielen ihm ins Gesicht.
"Nein... wie gesagt, ich wollte nicht so aus der Haut fahren...", klärte er sie nochmals auf, sie musste wirklich Panik vor ihm gehabt haben. Vorsichtig schloss er einen Arm um sie und legte sein Kinn auf ihren Kopf.
Sie kuschelte sich ein wenig an ihn ran. Warum musste er ein Playboy sein? Warum konnte er nicht ein ganz normaler Student, oder so etwas, sein? Das würde alles viel einfacher machen. Doch schon rügte sie sich wieder für ihren Gedanken! Was sollte es schon einfacher machen, wenn sie doch gar nichts von ihm wollte? Vielleicht ein bisschen Sex, aber das war es auch schon, oder?
Sein Blick schweifte kurz zur Uhr. Er sollte nach Hause, auch er musste noch seine Sachen packen. Somit drückte er die junge Frau sanft von sich. "Wir sollten uns fertig machen, morgen wird ein langer Flug."
Fast hätte sie ihren Mund enttäuscht verzogen, aber er hatte recht. "Ja ... ich hab noch viel zu packen und ... meine Küche muss ich auch noch aufräumen.", grinste sie breit, wollte ihm damit aber keinen Vorwurf machen, irgendwie konnte sie ihn ja doch verstehen. "Also dann..."
Er schnappte sich seine Hose, und sein Oberteil und zog Beides an. "Danke Kagome, wir sehen uns dann morgen am Flughafen!", verabschiedete er sich, zog sie allerdings noch einmal aus irgendeinem Reflex, oder so, an sich.
Kurz verweilte er in der Position, ehe er sich löste und zur Tür ging. "Bis dann..."
"Ja ... bis dann!", meinte sie verwirrt und hob ihre Hand, winkte kurz und sah ihm hinterher. Irgendwie fand sie es schade, dass er ging. Es hatte ihr gefallen einmal nicht alleine zu sein.


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